OECD: Solide Aussichten für Schweizer Wirtschaft
Der Weg aus der tiefsten Krise der Nachkriegsgeschichte gestaltet sich steiniger als erwartet, so die Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Hohe Schuldenberge und viele Arbeitslose hemmten das Wachstum. Solide Aussichten sieht die Organisation für die Schweizer Wirtschaft und prognostiziert trotz starken Frankens ein stabiles Wachstum.
Laut OECD werden in der Schweiz vor allem der Konsum und die Investitionen die Wirtschaft antreiben. Die Exporte hingegen hemmten das Wachstum, wie der neuesten Wirtschaftsprognose zu entnehmen ist. Der Grund: Die lahmende Konjunktur in vielen OECD-Ländern sowie der starke Franken erschweren die Ausfuhr von Schweizer Waren.
Wachstumsprognose 2010 für Schweiz erhöht
Die OECD erhöhte zugleich die Prognose für das Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) im laufenden Jahr auf 2,7 Prozent. Die Konjunkturforscher geben sich damit deutlich optimistischer als im Mai: Da lag die Prognose für die Schweiz noch bei 1,8 Prozent. Im Jahr 2011 sehen sie - wie schon im Mai - eine leichte Abschwächung auf 2,2 Prozent voraus. 2012 rechnet die OECD aber wieder mit einem Wachstum von 2,5 Prozent.
Unterschiedliche internationale Entwicklung
«Die weltweite Wirtschaftstätigkeit hat sich stärker verlangsamt, als in den ersten Monaten des Jahres zunächst erwartet worden war», konstatierte die Organisation. Der Übergang von befristeten Impulsen zu einem selbsttragenden Wachstum verlaufe ungleichmässig.
Für den gesamten OECD-Raum schraubten die Konjunkturforscher das Wachstum für 2011 von 2,8 auf 2,3 Prozent herunter. In den USA sagte die OECD ein Wirtschaftswachstum von 2,2 voraus. Im Juni-Ausblick lag die Einschätzung noch bei 3,2 Prozent für das nächste Jahr.
Deutschland als «Konjunkturlokomotive»
Für Deutschland hingegen wurde die Wachstumsprognose deutlich angehoben. So geht die Industrieländer-Organisation neu davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 3,5 Prozent zunimmt, nach einer bisherigen Wachstumsprognose von nur 2 Prozent. «Im Moment ist Deutschland eine Konjunkturlokomotive», sagte OECD-Experte Felix Hüfner. Für das kommende Jahr werden jetzt 2,5 Prozent angenommen statt wie bisher 2,1 Prozent.
Aufruf zur Konsolidierung
Die OECD rief die Regierungen auf, mit der Konsolidierung der Staatsfinanzen zu beginnen, um den Übergang zu einem selbsttragenden Aufschwung zu gewährleisten. Die Staaten müssten einen glaubhaften mittelfristigen Politikrahmen vorgeben, um das Vertrauen in die Erholung zu stärken, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. (bru, sda/dpa)
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