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Sonntag, 26.2.2012

Ein extremer Winter mit Folgen

Zuerst gar kein Schnee, dann zu viel Schnee. Zuerst zu warm und dann sehr kalt: Der Winter 2011/2012 war extrem wie selten ein Winter. Eine Folge davon sind die zahlreichen Lawinenniedergänge am Wochenende.

Im Skigebiet Les Crosets (VS) ging eine Lawine auf die Piste nieder. Entgegen ersten Annahmen wurde niemand verschüttet. (Keystone)

Gesperrte Strassen, Lawinenabgänge auf Pisten, unterbrochene Zugsverbindungen: In den Bergen waren am Wochenende die Folgen des extremen Winters zu spüren.

Das trockene, milde Wetter im vergangenen November sowie die zahlreichen Schneestürme im Dezember und Januar haben die Gefahr von Gleitschneelawinen im laufenden Winter erhöht. In diesen Tagen gehen aussergewöhnlich viele solcher Lawinen nieder. Eine solch extreme Situation komme nur etwa alle dreissig Jahre vor, hiess es beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung.

Werte lagen im Durchschnitt
Der zu Ende gehende Winter hat verschiedenste Facetten und extreme Schwankungen gezeigt. Rechnet man die Mittelwerte, war er aber ziemlich normal, wie die Bilanz von SF Meteo zeigt.

In weiten Teilen der Schweiz entsprach die Temperatur dem langjährigen Mittel. Im Norden war sie tendenzmässig etwas darunter, im Süden etwas darüber. Auch die Sonnenscheindauer im meteorologischen Winter - von Anfang Dezember bis Ende Februar - lag im Bereich des langjährigen Durchschnittswerts.

Unterschiedliche Schneemengen
Einzig beim Niederschlag waren die Mengen im Norden deutlich grösser als normalerweise, wie die Wetterredaktion des Schweizer Fernsehens mitteilte. Dabei gab es grosse Schwankungen: Während es im Mittelland selten schneite, häufte sich die weisse Pracht in den Bergen meterweise.

Immer noch doppel so viel Schnee wie sonst
Bis Mitte Dezember blieb es bis auf 2500 Meter über Meer praktisch aper. Danach fiel in höheren Lagen extrem viel Schnee. Auf dem Säntis stieg die Schneehöhe bis Ende Februar auf mehr als 5 Meter 80 Zentimeter an. Momentan liegen in den Bergen verbreitet über anderthalb Meter Schnee - rund doppelt so viel als normal zu dieser Jahreszeit.

Zuerst warm, dann sibirisch
Auf den grossen Schnee folgte die sibirische Kälte. In Samedan sackte das Thermometer am 6. Februar auf -35,1 Grad ab, auch im Flachland wurden stellenweise Werte von -20 Grad unterschritten. Seit Januar 1985 erlebte die Schweiz keine ähnliche Kälteperiode mehr.

Wenn die 14-tägige Kältewelle nicht gewesen wäre, hätte der Winter 2011/2012 der wärmste der Wettergeschichte werden können. Die Monate Dezember und Januar waren viel zu mild - der Wärmeüberschuss betrug zwischen 2,5 und 3,5 Grad. An zahlreichen Orten gab es bis Ende Januar nicht einen einzigen Eistag. (luek, sda)

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