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Donnerstag, 29.12.2011

GDK fordert bessere Bedingungen für Landärzte

Der Zulassungsstopp für neue Arztpraxen fällt auf das neue Jahr. Die kantonalen Gesundheitsdirektoren befürchten darum einen Ansturm von Spezialärzten, jedoch ein Vakuum bei den Hausarztpraxen auf dem Land. Nun sei die Politik gefordert.

Die GDK fürchtet um die medizinische Grundversorgung auf dem Land. (Archiv Keystone)

Gibt es mehr Ärzte, gibt es nicht weniger Krankheiten, aber mehr Behandlungen und damit steigende Kosten im Gesundheitswesen. Um genau das zu verhindern, verhängte der Bund vor zehn Jahren einen Zulassungsstopp für neue Arztpraxen, der Ende dieses Jahres aufgehoben wird.

Die Gesundheitsdirektoren der Kantone fürchten nun um die Versorgung der ärztlichen Grundversorgung in ländlichen Gebieten. Der designierte Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, Carlo Conti, geht davon aus, dass in den nächsten Jahren deutlich mehr Spezialärzte in die Schweiz kommen werden.

Probleme auf dem Land
Gerade auf dem Land könnte dies zu Problem führen, da sich diese Ärzte eher in Städten niederlassen werden. Um Probleme bei der medizinischen Grundversorgung auf dem Land zu verhindern, hatten die Gesundheitsdirektoren eine andere Regelung vorgeschlagen.

«Ein Zulassungsstopp für Spezialisten und ein freier Zugang für Hausärzte hätten Gegensteuer geben können», sagte Conti gegenüber Schweizer Radio DRS. Das eidgenössische Parlament hat jedoch anders entschieden und den Zulassungsstopp für alle Ärzte aufgehoben.

Nun müsse die Politik bessere Rahmenbedingungen für Hausärzte schaffen, um die ärztliche Grundversorgung auch in ländlichen Gebieten sicherzustellen, fordert Conti. Die Gesundheitsdirektorenkonferenz hat auch bereits Vorschläge gemacht: Zum Beispiel könnte die öffentliche Hand bestimmte Investitionen der Hausärzte als Vorausleistung übernehmen.

Bessere Entschädigung und Ausbildung
Conti fordert zudem eine Überarbeitung der Tarifstruktur. Bis jetzt würden Leistungen der Spezialärzte nämlich besser entschädigt als die Grundlagenarbeit der Hausärzte, so Conti.

Einen anderen Ansatz, das Problem zu entschärfen, sieht der Präsident des Schweizer Hausärzteverbandes, Marc Müller. Noch immer leiste sich die Schweiz den Luxus, weniger Ärzte auszubilden als tatsächlich benötigt würden. Es müsse darum mehr in die Aus- und Weiterbildung investiert werden, fordert er.

Zehn Jahre langer Ärztestopp
Eingeführt worden war der Zulassungstopp im Jahr 2002. Das Ziel: die Kosten im Gesundheitswesen besser in den Griff zu bekommen. Zweimal hat das Parlament die Massnahme bestätigt.

Der Zulassungsstopp läuft nun auf Ende 2011 definitiv aus, weil den zuständigen Parlamentskommissionen kein Vorstoss für eine Verlängerung vorlag. Die ständerätliche Gesundheitskommission hatte im Mai einen entsprechenden Vorstoss abgelehnt. (inap, sda)

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Audio-Beiträge:


Sorge um die Ärzteversorgung auf dem Land. (Sascha Buchbinder im Gespräch mit Carlo Conti, 29.12.2011)
Hören (3:20)

Marc Müller: «Die Schweiz bildet zu wenig Ärzte aus». (Thomas Gutersohn, 29.12.2011)
Hören (5:39)

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