SendetermineWissen aktuell vom Mittwoch, 30.5.2012, 14.40 Uhr, DRS 1
Mittwoch, 30.5.2012, 14.40-14.45 Uhr, Radio SRF 1
Mittwoch, 30.5.2012, 15.15-15.19 Uhr, Radio SRF Podcast
Chemotherapie nach Brustkrebs-OP oft unnötig
(Colourbox)
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Angewendet wird dieser Test erst im Kantonsspital in Luzern. Andere Schweizer Spitäler trauen diesem Test noch nicht. «Es ist möglich, dass eine Frau aufgrund dieses Tests keine Chemotherapie erhält, obwohl sie diese gebraucht hätte», sagt Daniel Fink von der Klinik für Gynäkologie am Universitätsspital Zürich. Im Zweifelsfall pro Chemotherapie also, zum Wohl der Patientin.
«Wir vom Inselspital werden an den Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet mitarbeiten und uns zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob und wenn ja welchen Test wir einsetzen», sagt Urban Novak von der Universitätsklinik für Medizinische Onkologie am Inselspital Bern.
Entscheidungshilfe der Zukunft
Heute sind unter anderem die Anzahl der Lymphknoten und das Aussehen des Tumors ausschlaggebend, ob eine Patientin eine Chemotherapie erhält oder alternativ mit Hormonen behandelt wird. Mit dem neuen Test wird das Erbmaterial des Brustkrebsgewebes untersucht. Dieses zeigt an, ob das Risiko für einen Rückfall tief oder hoch ist.
«Das Erbmaterial zu testen, ist die Zukunft», sagt auch Jakob Passweg, Präsident der Krebsliga Schweiz. «Ob dieser neue Test jedoch schon genügend weit entwickelt ist, ist fraglich. In fünf bis zehn Jahren wissen wir vermutlich mehr». Der Test sei daran, eine gute Entscheidungshilfe pro oder contra Chemotherapie nach der Brustkrebsoperation zu werden.
Vorerst bietet erst das Kantonsspital Luzern den Test an. Patientinnen, die in anderen Spitälern liegen, können diesen Test jedoch auch anfordern. Sofern sie überzeugt sind, dass er ihnen bei der Entscheidung weiterhilft.
