Wieder Kämpfe in Libanon
Das libanesische Militär wird nun auch in den Syrien-Konflikt hineingezogen. (Keystone)
In der nordlibanesischen Stadt Tripoli ist es in der Nacht erneut zu Kämpfen zwischen Sunniten und Alawiten gekommen. Bei den nächtlichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern der syrischen Revolution sind offenbar sieben Menschen getötet und bis zu 100 verletzt worden, wie Polizisten und Spitalärzte berichteten. Das Militär musste eingreifen, um die verfeindeten Gruppen zu trennen.
Einwohner berichteten von Feuergefechten zwischen Kämpfern aus dem sunnitischen Bezirk Bab al-Tabbane und dem alawitischen Stadtteil Dschebel Mohsen. Die Armee erklärte, Soldaten hätten von den Kämpfern benutzte Gebäude gestürmt.
Die Auseinandersetzungen werden angefacht durch den Konflikt in Syrien, wo vor allem Sunniten den Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad, einen Alawiten, tragen.
Neben Chemiewaffen auch Biowaffen?
Bei Syriens Nachbarn wächst auch die Sorge um das Waffenarsenal des Regimes von Bashar al-Assad. Denn neben Chemiewaffen soll das Land auch noch biologische Kampfstoffe besitzen, wie ein Experte in der Tageszeitung «Die Welt» schrieb.
Zwar galten die syrischen Forschungen zu Biowaffen bisher als nicht praxistauglich, doch wurde diese Einschätzung jetzt von einem Experten relativiert. Und schon am Montag hatte US-Präsident Barack Obama die Führung in Damaskus vor dem Einsatz nicht nur chemischer, sondern auch biologischer Waffen gewarnt.
Nach den Informationen der «Welt» verfügt Assad nicht nur über ein umfassendes Chemie-Waffenarsenal, sondern auch über biologische Kampfstoffe. So schreibt der Waffenexperte Hans Rühle, das Regime in Damaskus arbeite an einsatzfähigen Erregern von Milzbrand, Pest, Tularemia (Hasenpest), Botulinum, Cholera, Ricin, Kamelpocken, Blattern und Aflatoxin.
Einige Stoffe seien schon getestet worden, zum Teil stammten sie aus sowjetischen Forschungen, welche die Kampfstoffe schon bis zur industriellen Produktion und militärischen Einsetzbarkeit fortentwickelt hätten. Rühle, in den 80er-Jahren Leiter des Planungsstabes im Bundesverteidigungsministerium, stützt sich bei seinen Ausführungen auf Geheimdiensterkenntnisse und einschlägige Forschungen. (wedj;luek, sda/reuters/dpa)
Mehr zu den Stichwörtern:
