Der Aufstand von Hama 1982
Syriens Präsident Bashar al-Assad geht mit Panzern und schweren Waffen gegen Demonstranten vor. Die Stadt Daraa im Süden des Landes - ein Zentrum des Aufstands - liess er abriegeln. Assads Vorgehen erinnert an jenes seines Vaters und Amtsvorgängers Hafis al-Assad in den achtziger Jahren. Als sich in Hama damals Widerstand gegen das Regime Bahn brach, liess Assad die Stadt wochenlang bombardieren.
Zahl der Opfer unklar
Wie viele Opfer es in Hama gab, ist bis heute unklar. Syrische Exilpolitiker um den ehemaligen Staatspräsidenten Amin al-Hafin sprachen in den achtziger Jahren von 35'000 bis 38'000 Toten. Der israelische Uno-Delegierte Jehuda Blum nannte mit 10'000 bis 25'000 Toten deutlich niedrigere Zahlen. Die Opposition umfasste damals neben islamistischen Gruppen auch panarabische Nationalisten.
Hama war eine Hochburg der sunnitischen Muslimbruderschaft, die in Syrien verboten war. Die Stadt in Nordwestsyrien zählte damals mehr als 300'000 Einwohner. Assads regierende Baath-Partei orientierte sich wie ihre Schwesterpartei im Irak an sozialistischen Vorbildern und war laizistisch eingestellt. Sie sah die islamistische Bewegung, die die Einheit von Religion und Staat forderte, als Bedrohung an und unterdrückte sie. Die Islamisten versuchten ihrerseits über Jahre, Assads Regime mit Terroranschlägen zu destabilisieren.
Bomben, Massaker, Zerschlagung des Protests
Im Februar 1982 brachen in Hama Unruhen aus. Assads Truppen riegelten mehrere Stadtteile ab und gingen mit schweren Waffen gegen die islamistischen Rebellen vor, die ihrerseits alle Syrer zum Aufstand aufriefen.
Mehr als zwei Wochen lang wurde die Rebellenhochburg bombardiert und beschossen; auch in der historischen Altstadt gingen Bomben nieder. Es kam zu Massakern. Dann war der Widerstand gebrochen. Viele überlebende Oppositionelle wurden eingekerkert, die Muslimbewegung war praktisch zerschlagen. (ank, dpa)
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