Neue Runde der Gewalt in Nahost
Frauen trauern um einen der getöteten Jihad-Aktivisten. (Reuters)
Beim heftigsten Gewaltausbruch zwischen Israel und den Palästinensern seit August sind am Wochenende elf Menschen getötet worden. Zehn Kämpfer militanter Palästinensergruppen starben bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen, in Israel kam ein Zivilist beim Einschlag einer Rakete ums Leben.
Brüchiger Waffenstillstand
Auf einen von Palästinensern ausgerufenen Waffenstillstand ab Sonntagmorgen folgte nur Stunden später ein weiterer israelischer Luftangriff. Dabei wurde ein Palästinenser getötet und ein weiterer schwer verletzt. Beide gehörten der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP) an, die das Waffenstillstandsabkommen ebenso wie die Hamas unterzeichnet hatte.
Ein Sprecher der Palästinensergruppe Islamischer Jihad sagte, seine Organisation werde sich an den von Ägypten vermittelten Waffenstillstand halten, solange auch Israel dies tue. Der Jihad behalte sich aber das Recht vor, auf Eskalationen seitens Israels zu reagieren, fügte Daud Schahab hinzu.
Die israelische Luftwaffe hatte bereits am Samstag mehrere Luftangriffe im Gazastreifen geflogen, bei denen neun Kämpfer militanter Palästinensergruppen getötet und mehrere verletzt wurden.
Opfer unter Al-Kuds-Brigaden
Bei einem ersten Angriff nahe Rafah wurden zunächst fünf Kämpfer der Al-Kuds-Brigaden getötet, des bewaffneten Arms des Islamischen Jihad. Nach israelischen Militärangaben richtete sich der Angriff gegen eine «Gruppe von Terroristen», die gerade einen Raketenangriff vorbereiteten.
Bei der Bombardierung anderer Ziele im Gazastreifen wurden weitere vier Palästinenser getötet.
Al-Kuds-Sprecher Abu Ahmad warf Israel vor, mit den Angriffen auf den Gazastreifen die Spannungen erhöhen und die vereinbarte Freilassung von 550 palästinensischen Gefangenen bis zum Jahresende hintertreiben zu wollen.
Raketen aus dem Gazastreifen
Nach israelischen Polizeiangaben schlugen am Samstag und Sonntag insgesamt 31 Raketen im Süden Israels ein. In Süd-Israel waren am Samstag ein Mensch durch vom Gazastreifen abgefeuerte Raketen getötet und vier weitere verletzt worden.
Beim letzten schweren Gewaltausbruch im August waren 27 Palästinenser und ein Israeli getötet worden. Der daraufhin am 26. August vereinbarte Waffenstillstand hatte grösstenteils gehalten. (luek, sda/afp/reuters/dapd)
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