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12.10.2009

Film-Tipp: Schwarzer Racheengel

«Verblendung», die Verfilmung des ersten Thrillers von Stieg Larssons «Millennium-Trilogie», ist so gut geraten, dass man sich schon auf die Teile 2 und 3 freut, die 2010 in unsere Kinos kommen.

Noomi Rapace brilliert als Hackerin Lisbeth Salander. (Frenetic)

Der Film beginnt gemächlich und unspektakulär, doch bevor man sich versieht, hat er einen gepackt und lässt einen nicht mehr los. 153 Minuten lang ohne einen Durchhänger. So toll kann Kino sein. Wer noch nicht Fan von Stieg Larssons Büchern ist, wird es spätestens nach diesem Film.

Der Clou am Ganzen: Es geht nicht nur um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern auch um die Hintergründe der beiden Hauptfiguren. In konventionellen Krimis behauptet meist ein ergrauter Polizeichef, Detektiv Soundso sei der beste Mann. Mehr erfährt das Publikum oft nicht über den Helden. «Verblendung» ist da ganz anders.

Zuerst gibt es einen Kurzlebenslauf zum Protagonisten Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist, «As It Is in Heaven»). Der Enthüllungsjournalist verliert wegen einer Verleumdungsklage seine Stelle. Als ihn der schwedische Industrielle Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) daraufhin bittet, den vier Jahrzehnte zurückliegenden Mord an seiner Nichte zu recherchieren, nimmt Blomkvist den Auftrag dankend an.

Im zweiten Handlungsstrang geht es um die rebellische Lisbeth Salander (Noomi Rapace), die sich in Blomkvists Computer hackt und ihm einen entscheidenden Hinweis liefert. Schliesslich tun sich die beiden sogar zusammen. Was Lisbeth indes ganz allein regelt, ist die Rache an ihrem Vormund, der sie brutal vergewaltigt hat. Warum die 24-Jährige überhaupt einen gesetzlichen Vormund hat, wird erst nach und nach enthüllt.

Der Film verdankt viel seiner Faszination dieser ungewöhnlichen Heldin. Statt mit langen blonden Haaren dem Schwedinnen-Klischee zu entsprechen, hat Lisbeth kurze schwarze Haare, diverse Piercings und ein Riesentatoo auf dem Rücken. Sie wirkt wie eine Art schwarzer Racheengel, den Noomi Rapace mit überwältigender Intensität spielt. Das muss man gesehen haben. Zartbesaitete sollten jedoch wissen: «Verblendung» enthält drastische Gewaltszenen.

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Die Kritik von Reto Baer
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