Bono in 3D - funktioniert das?
Bono zum Anfassen? Nur fast. (Praesens Film)
Man sieht das Publikum ins River Plate Stadion von Buenos Aires strömen. Dann hört man Bono den ersten Song anzählen: «Unos, dos, tres, catorce». Schliesslich setzt die ganze U2-Rockmaschine ein mit dem Auftakt-Song «Vertigo». Von diesem Moment an ist «U2 3D» ein reiner Konzertfilm. Nur beim drittletzten Song «The Fly» wandelt sich der Film kurzzeitig zum Videoclip, weil animierte Buchstaben von oben ins Bild fallen.
Der Aufwand, mit dem der Film aufgezeichnet wurde, ist riesig. Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen werden aus allen möglichen Winkeln in Szene gesetzt. Der 3D-Effekt ist allerdings nie so eindrücklich wie bei 3D-Animationsfilmen. Gelegentlich scheinen ein Gitarrenhals oder Bonos Arm ins Kinopublikum zu ragen. Und bei Kamerapositionen mitten im Konzertpublikum hat man zwischendurch den Eindruck, dass die Hände der Leute tatsächlich vor der eigenen Nase in die Höhe schnellen. Aber das ist alles. Im Grunde genommen würde der Konzertfilm genauso gut in herkömmlichem 2D funktionieren.
Wer die Musik von U2 mag, wird sicher einen vergnüglichen Kinoabend haben. Alle anderen verpassen nichts. Denn «U2 3D» ist als Konzertfilm kein Meilenstein. Und es ist auch kein «ehrlicher» Konzertfilm, da U2 für viele Grossaufnahmen ohne Publikum extra für die Kameras posierten. Der Grund: Die Band wollte nicht, dass das Konzertpublikum durch eine Armada von Kameras gestört wird. Vielleicht liegt es daran, dass der Film die Magie eines realen U2-Konzerts nicht erreicht.
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