Film-Tipp: Unheimlich gut
Den US-Marshals Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio, links) und Chuck Aule (Mark Ruffalo) weht ein eisiger Wind entgegen. (Universal Pictures)
Die Musik der Anfangsszene schrillt nervtötend. Während man ein kleines Fährschiff durch den Nebel tuckern sieht, erklingen disharmonische Klänge, die eher einem Horrorfilm anstünden als einem Krimi.
Doch dann entwickelt sich der Film in eine unerwartete Richtung: Je «angenehmer» die Musik klingt, desto mehr verwandelt sich die klassische Detektivgeschichte in veritablen Psychohorror.
Geisteskranke Gewalttäter
Auf Shutter Island, einer abgelegenen Insel vor der amerikanischen Ostküste, steht eine Klinik für geisteskranke Gewalttäter. Von dort ist 1954 die Kindsmörderin Rachel Solando (Emily Mortimer) ausgebrochen. Der US-Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein neuer Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) sollen die gefährliche Frau wieder dingfest machen.
Eisige Ablehnung
Doch kaum starten sie ihre Ermittlungen auf der Insel, weht ihnen eisige Ablehnung entgegen. Niemand, auch nicht der Klinikchef Dr. Cawley (Ben Kingsley), scheint an der Suche nach der Flüchtigen sonderlich interessiert zu sein. Je länger Marshal Daniels ermittelt, desto mehr beginnt er an der Rechtschaffenheit des Klinikpersonals zu zweifeln.
Leonardo DiCaprio spielt seine Rolle einmal mehr meisterhaft. Langsam, aber sicher lässt er die Fassade des unerschütterlichen Helden bröckeln. Auch der oft unterschätzte Mark Ruffalo macht seine Sache sehr gut. Und die Altstars Ben Kingsley und Max von Sydow setzen als Anstaltsärzte dem Ganzen noch ein Highlight auf.
Psycho-Thriller
Martin Scorsese hat Laeta Kalogridis' Drehbuch nach Dennis Lehanes Roman als Mischung aus klassischem Film noir und hitchcockschem Psycho-Thriller inszeniert.
Für die einen kommt das Ende völlig überraschend, während eingefleischte Kinogänger in der zweiten Filmhälfte den Braten womöglich riechen. So oder so bietet «Shutter Island» beste Kino-Unterhaltung.
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