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28.03.2011

Film-Tipp: Hinsehen, wo es wehtut

Susanne Biers Meisterwerk «In a Better World» ist ein wuchtiges Drama darüber, wie Menschen mit Unterdrückung und Gewalt umgehen. Als bester nicht-englischsprachiger Film mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet.

Der dänische Arzt Anton (Mikael Persbrandt) wird in einem afrikanischen Flüchtlingslager mit grauenvollen Verstümmelungen konfrontiert. (Frenetic)

Filmbären: Die Bewertung

6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut;
3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Bär

In Afrika schenkt der dänische Arzt Anton (Mikael Persbrandt) einem Flüchtlingsjungen einen Fussball. In Dänemark knallt der Oberschläger eines Schulhauses Antons Sohn Elias den Basketball voll ins Gesicht. Zwei Welten ­- welche ist besser?

Im afrikanischen Flüchtlingslager operiert Anton eine Frau, die von einem Warlord verstümmelt wurde. In Dänemark trauert Claus (Ulrich Thomsen) um seine zu früh verstorbene Frau und sein Sohn Christian um seine Mutter.

Ist gut gemeint immer gut?
In einer besseren Welt käme so etwas nicht vor. Aber wir haben nur diese Welt, scheint uns die dänische Regisseurin Susanne Bier mit ihrem Film «In a Better World» sagen zu wollen. Und diese Welt ist eben nur so gut, wie wir sie machen.

Kaum hat man innerlich zu dieser Erkenntnis genickt, zieht uns Susanne Bier den Boden ganz unter den Füssen weg, indem sie uns vor Augen führt, dass Menschen, die glauben, gut zu handeln, ziemliche Katastrophen anrichten können.

Menschen aus Fleisch und Blut
Der Halbwaise Christian kommt nämlich neu in Eliasʼ Klasse und schreckt nicht davor zurück, Eliasʼ Peiniger mit kriminellen Mitteln zum Aufhören zu zwingen. «Machtspiele» unter Kindern in Dänemark und unter Erwachsenen in Afrika.

Je dramatischer sich die Handlung zuspitzt, desto mehr dämmert einem: Es gibt weder Gut noch Böse. Es gibt nur Menschen. Und das ist, so banal es auch klingen mag, die Stärke von allen Susanne-Bier-Filmen. Ihre Figuren sind nie Typen oder Karikaturen, sondern immer echte Menschen.

Emotional schweres Geschütz
Das ist auch der Grund, warum all ihre Filme so aufwühlen. «In a Better World» geht genauso unter die Haut wie «Open Hearts» (2002), «Brothers» (2004) oder «After the Wedding» (2006). Stets fährt Bier emotional schweres Geschütz auf. Und sie tut dies formal und inhaltlich auf so hohem Niveau, dass man gebannt im Kinosessel mitfiebert. (rb)

Filmbären:
6 = phänomenal; 5 = sehr gut; 4 = gut; 3 = akzeptabel; 2 = schlecht; 1 = unter jedem Hund

«Box-Office»-Beitrag von SF

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
Hören (3:03)




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DRS 3-Filmredaktor Reto Baer kennt die neusten Filme genauso gut wie die Klassiker und erklärt jeden Montag und Samstag jeweils nachmittags, welche Streifen einen Gang ins Kino lohnen.

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