• Nachrichten
  • SRF Shop
  • Blogs
  • Meine Meinung
  • Podcasts
  • Programm
  • Spiele
  • Themen
  • Über uns
  • A
  • A
  • A
  • Radio ein
  • Empfang
  • Hilfe
  • Kontakt
  • Home
  • Dossiers zu «Digital»
    • 30 Jahre C=64: Als die PC-Revolution begann
    • Ratgeber: Die digitalen Spuren nach dem Tod
    • CeBIT 2012: The Internet of Things
    • Wie das Internet das Fernsehen verändert
    • Facebook: Tipps, Geschichten, und ein Selbstversuch
    • Alle Dossiers
  • Programme
    • SR DRS
    • DRS 1
    • DRS 2
    • DRS 3
    • DRS 4 News
    • DRS Musikwelle
    • DRS Virus
    • Radio Swiss Classic
    • Radio Swiss Jazz
    • Radio Swiss Pop

Sie befinden sich auf einer archivierten Webseite von Schweizer Radio DRS.
Den aktuellen Webauftritt von Schweizer Radio und Fernsehen finden Sie auf www.srf.ch

  • Digital:

Freitag, 6.7.2012

Sony übernimmt Gaikai: Das Ende der Konsole?

Sony übernimmt das Cloud-Gaming-Unternehmen «Gaikai» für 370 Millionen Franken. Game-Streaming könnte einen Paradigmen-Wechsel in der Industrie einläuten. Doch die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen.

David Perry streamt schulterfrei.

Dem japanischen Elektronik-Giganten Sony geht es nicht gut. Im Frühling musste das Unternehmen einen Verlust von über 6 Milliarden Franken melden, den grössten in der Firmengeschichte. Dennoch investiert Sony und hat diese Woche Gaikai übernommen.

Spielen in der Wolke
Das ist zunächst ein grosser Erfolg für den Nordiren David Perry, dem Gründer des Unternehmens. In nur vier Jahren hat er eine Technologie aufgebaut, die viele Beobachter in der Industrie lange für ein Phantom hielten.

Das Prinzip von Cloud-Gaming ist simpel: Statt ein Spiel auf Disk zu kaufen oder herunterzuladen, dann auf Konsole oder PC zu installieren und auf dieser spezialisierten Hardware zu spielen, wird das Spiel stattdessen in einem Rechenzentrum betrieben. Zu den Spielern wird lediglich per Internet das fertige Bildsignal übertragen.

Keine spezifische Hardware
Das hat immense Vorteile: Spieler können sofort beginnen, müssen nichts laden oder installieren. Fehlerkorrekturen (Patches) können zentral im Rechenzentrum erledigt werden, statt sie an Millionen Spieler zu verteilen. Und, am wichtigsten: Spieler benötigen keine spezialisierte Hardware mehr. Ein Kontroller und irgendein Gerät mit Internet-Verbindung und der Fähigkeit, Video abzuspielen, reichen aus. Das bedeutet, das Cloud-Gaming die spezialisierten Game-PCs und Konsolen überflüssig machen könnte. Keine Konsolen-Generationen mehr, sondern ein stetiges Aktualisieren der Rechenzentren und automatisch stetig steigende Qualität. Die Geräte müssen lediglich H.264 unterstützen, ein heute schon weitverbreiteter Video-Codec, der mindestens die nächsten zehn Jahre Standard bleiben wird.

Technische Hürden
Doch die einfache Idee muss gewaltige technische Hürden überspringen. Dass Gaikai funktioniert, ist mittlerweile bewiesen - Spiele wie «Witcher 2» oder «Alan Wake» können heute schon über Facebook (die mit Gaikai eine Partnerschaft geschlossen haben) auf jedem handelsüblichen Computer gespielt werden. Doch Qualitätsunterschiede sind noch immer sicht- und spürbar: So sind die übertragenen Bilder nicht gleich scharf wie auf einem Gaming-PC und weisen Kompressionsartefakte auf («Wolken», wie man sie auch von Youtube-Videos her kennt).

Ausserdem kämpft das System mit dem Problem der Latenz (wie lange dauert es nach einem Knopfdruck, bis das Rechenzentrum den nächsten Bild-Frame des Spiels gerendert und zum Spieler übermittelt hat). Auch wenn einige Spiele unter guten Voraussetzungen schon Latenzen von weniger als 200 Millisekunden erreichen: Für Spiele wie Call of Duty oder Street Fighter, die sehr schnelle Reaktionen erfordern, ist das noch zu hoch. Hier wird man sich nicht nur auf stetig wachsende Daten-Übermittlungsraten verlassen können, sondern es werden auch immense Investitionen in Rechenzentren rund um die Welt notwendig.

In der Playstation 3 oder 4?
Sony könnte die Technologie recht schnell einsetzen - zum Beispiel, um Spiele-Demos auf der Playstation 3 oder der tragbaren Vita zu ermöglichen. Auch wird erwartet, dass Sony die Gaikai-Technologie in ihre Fernsehgeräte einbauen wird. Die könnten dann gleich mit einem Kontroller ausgeliefert und als Spielgerät benutzt werden. Gaikai hat allerdings erst vor kurzem einen Deal mit Samsung abgeschlossen - wie den die Übernahme betrifft, ist noch offen.

Dass eine zukünftige Playstation 4 (von der noch keinerlei Spezifikationen öffentlich sind) ausschliesslich ein Streaming-Endgerät sein könnte, wird zwar spekuliert, ist aber eher unwahrscheinlich. Dafür ist die Technologie noch zu wenig ausgereift. Realistischer ist eine Übergangsphase mit Cloud-Gaming und installierten Spielen nebeneinander auf der gleichen Konsole.

Kauft Microsoft nun OnLive?
Wie die Konkurrenz auf diese Wette von Sony reagiert, ist noch offen. Der direkte Konkurrent von Gaikai war bisher OnLive, ebenfalls eine lauffähige Streaming-Technologie und neben den USA z.B. auch in Grossbritannien auf dem Markt bereits erhältlich.

Doch während sich Gaikai von Anfang an eher auf Geschäftskunden ausrichtete und Partnerschaften schloss, z.B. mit Facebook oder Samsung, setzte OnLive auf den Markt mit den Endkunden. Damit ist das Unternehmen schwieriger zu integrieren.

Dennoch wird seit Monaten spekuliert, dass OnLive bald übernommen werden könnte. Naheliegendster Kandidat wäre Microsoft, Hersteller der Xbox-Konsole. Doch aktuell ist die vorherrschende Meinung eher, dass Microsoft wohl schon selber an einer Streaming-Plattform arbeitet. OnLive könnte eher für grosse Netz- und Spielbetreiber aus China wie TenCent eine attraktive Möglichkeit sein, westliche Märkte zu erschliessen.

Ob sich Streaming durchsetzt, ist trotz des Potentials noch äusserst umstritten. Während die einen die Technologie für die Zukunft halten und das Ende der Konsolen-Kriege ausrufen, bleiben andere skeptisch. Denn Cloud Gaming ist nicht nur eine technologische Innovation, es erfordert auch neue Geschäftsmodelle, und die zeichnen sich erst unscharf ab.

Guido Berger

Beitrag weiterempfehlen Facebook Share / Facebook Like Twitter Google+ Email
  • …auf Facebook kommentieren.
    Facebook
  • …auf Twitter kommentieren.
    Twitter
  • …per E-Mail versenden.
    E-Mail
  • …auf Facebook empfehlen.
    Facebook Recommend
  • …auf Google+ kommentieren.
    Google +1

Mehr zum Stichwort:

  • Digital

Schnellsuche:
  • AGB
  • Datenschutz
  • Webmaster
  • Impressum
Schweizer Radio und Fernsehen
  • SRF
  • RTS
  • RSI
  • RTR
  • swissinfo
  • 3SAT
SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft