Fremd gehen - mit einer ausländischen SIM-Karte
Entspannt mit dem Smartphone alles machen im Ausland, was man zu Hause auch tut - dank einer fremden SIM-Karte oft sogar zu günstigeren Tarifen als zu Hause.
Bei der Handynutzung im Ausland gibt es zwei Varianten: Darauf verzichten und die einzig mögliche Alternative nutzen - oder tief ins Portemonnaie greifen. Letzteres ist für Faule, Ersteres für Fleissige. Sie besorgen sich eine SIM-Karte eines Anbieters im Reiseland und können als Dank beim Thema Roaming-Gebühren nur noch müde lächeln, vor allem dann, wenn sie sogar viel günstiger telefonieren und ins Internet gehen als zu Hause mit dem eigenen normalen Abo.
Tarif-Schlaraffenland
Beispiel Deutschland: Beim Anbieter Congstar gibt's eine Prepaid-SIM-Karte für etwas mehr als 10 Franken (9.99 Euro). Das ist dann auch gleich das Guthaben zum Telefonieren oder ins Internet gehen mit dem Smartphone. Wer dies häufig vor hat, kann sich eine der Surf-Flat-Optionen dazubuchen, zum Beispiel die Tagesflat für 0.99 Euro. Damit kostet die Internetnutzung mit dem Smartphone gerade mal gut einen Franken pro Tag. Auch die klassischen Handynutzungstarife sprechen gegenüber dem Roaming Bände: Eine SMS kostet gut 10 Rappen (9 Cents), ebenso Anrufe in alle deutsche Netze zum Minutentarif. Und wer nach Hause in die Schweiz telefoniert, bezahlt bei Anrufen ins Festnetz ebenfalls nur 9 Cents. Das Abrufen der Sprachbox ist gratis, ebenso fallen auch keine Gebühren an bei eingehenden Anrufen wie sonst üblich beim Roaming.
Nur bei Anrufen auf Handynummern von Schweizer Netzbetreibern sollte man sich nach wie vor zurückhalten. Bei 1.49 Euro pro Minute kommt schnell eine Stange Geld zusammen.
Genug Zeit einrechnen
Wer vor hat, sich für ein Reiseland eine SIM-Karte eines dortigen Anbieters zu besorgen, sollte dies entweder spontan vor Ort tun - die oben erwähnten SIM-Karten von Congstar beispielsweise gibt es bei unzähligen Drogerieläden und anderen Geschäften - oder genug Zeit einrechnen. Spätestens eine Woche vor Reisebeginn sollte man sich um eine Karte kümmern.
Das Bestellen einer Karte über die Website des Netzbetreibers ist nicht immer einfach - je nach Land. Österreichs Schnäppchen-Netzanbieter Yesss! etwa akzeptiert Kreditkarten, versendet die SIM-Karte aber nur an eine österreichische Adresse. Kein Problem, denn dies kann natürlich auch die Adresse einer Ferienwohnung oder eines Hotels sein. Congstar hingegen verlangt eine deutsche Adresse - und eine deutsche Zahlungsmöglichkeit, also entweder eine deutsche Kreditkarte oder ein deutsches Bankkonto. Hier ist für die meisten Schweizer Kunden die Variante mit dem Kauf vor Ort wohl die effizientere Lösung.
Darauf sollte man noch achten
Der Einsatz einer fremden SIM-Karte ist stressfrei, wenn man beim Kauf darauf achtet, ob man eine klassische SIM oder eine Micro-SIM benötigt. Und ob die fremde SIM-Karte im eigenen Handy überhaupt funktioniert. Viele Telefone, die via Abos subventioniert sind, sind sim-gelockt, das heisst, sie funktionieren nur mit einer Karte von Sunrise, Orange oder Swisscom. Nach Ablauf des Vetrags müssen die Netzbetreiber das Gerät entsperren. Ein Anruf beim Kundendienst ist dazu aber unumgänglich.
Ist diese Hürde genommen bringt die fremde SIM den ungetrübten Smartphone-Einsatz zu günstigen Tarifen auch im Ausland. Aufladen kann der Benutzer die Karte in der Regel über die Website des Anbieters oder mit dem Kauf von Nachladekarten an Kiosken oder den meisten gängigen Geschäften. Wer einmal eine SIM-Karte eines Ausland-Anbieters hat, wird diese nie mehr missen wollen und sie immer wieder einsetzen können. Aber Achtung: Je nach Land und Anbieter kann es sein, dass das Guthaben einer SIM-Karte nach einer gewissen Zeit verfällt. Es ist also sinnvoll, einen nicht zu hohen Betrag auf die Karte zu laden.
Infos
- Liste «Günstige Daten-Prepaid in Ferienländern» von Kassensturz
- Zusammenstellung verschiedener Anbieter verschiedener Länder und wie man an eine SIM-Karte herankommt im Telco-Blog
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