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Donnerstag, 2.8.2012

3D-Kino bleibt – und wird immer besser

3D-Blockbuster gehören zum festen Inventar vieler Kinos. Das Wehklagen über 3D-Bilder gehört zum festen Inventar vieler Filmfreunde. Ein lästiger Trend, den es auszusitzen gelte. Wir sagen: Umdenken! 3D wird nicht verschwinden, im Gegenteil: Es wird immer besser.

«Mehr Licht!» – Stephan Stottele vor einem seiner lichtstarken Kino-Beamer

Ob Multiplex- oder Open-Air-Kino: 3D-Filme wie etwa «The Amazing Spider-Man» sind von der Leinwand nicht mehr wegzudenken. 2011 starteten 40 3D-Produktionen in Schweizer Kinos, so die neusten Zahlen des Kinoverbandes Procinema. Zusammen waren das nur 8 Prozent aller neuen Filme - sie machten aber fast einen Viertel des gesamten Schweizer Kino-Umsatzes aus.

Das weit verbreitete Gemecker über 3D zeichnet also ein falsches Bild. Beim Publikum sind die Filme durchaus beliebt. Auch von einem Abflauen des Trends kann keine Rede sein: 2011 hatten 3D-Filme in der Schweiz fast eine halbe Million mehr Besucher als noch im Jahr zuvor. Das merkt auch Stephan Stottele in seinen beiden Bülacher Kinos: «Wenn ich einen Film in 3D und alternativ in 2D zeige, dann haben die 3D-Vorstellungen deutlich mehr Eintritte.»

4 Gründe, warum 3D-Kino besser wird
3D wird also nicht von der Leinwand verschwinden. Und das ist auch gut so, denn die Technik wird immer besser. Aus verschiedenen Gründen:

  • Regisseure, Kameramänner, Cutter etc. werden immer routinierter im Umgang mit 3D-Material. Statt auf billige Effekte zu setzen (Messer/Früchte/beliebige Wurfgegenstände, die aus der Leinwand auf einen zufliegen), betten sie 3D-Effekte organisch in ihre Filme ein und nutzen die Technik nicht um ihrer selbst willen, sondern zum Wohl der erzählten Geschichte.
  • Nach James Camerons 3D-«Avatar» wollten viele Studios vom Erfolg des Films profitieren (der weltweit fast 3 Milliarden Dollar eingespielt hat) und liessen in 2D gedrehte Produktionen eilends in 3D umwandeln - mit höchst unbefriedigendem Ergebnis. Solche Billig-Umwandlungen wird es in Zukunft kaum mehr geben. Entweder lässt ein Studio den Film schon von Beginn weg in 3D drehen, also mit 2 Kameras. Oder es profitiert bei der Umwandlung von stark verbesserter Software und mehr Zeit zum Umrechnen. Ein dermassen aufgemotzter 2D-Film lässt sich nicht mehr so einfach mehr von einem in 3D gedrehten unterschieden.
  • Viele Kinobesucher klagen bei 3D-Filmen über ein zu dunkles Bild. Grund: Die Brillen, die zum Sehen des 3D-Bildes nötig sind, verdunkeln die Leinwand. Dank Fortschritten in der Kino-Beamer-Technologie und dank spezieller Leinwände kann der Helligkeitsverlust aber ausgeglichen werden: «Wir haben heute schon gleich viel Helligkeit im 3D-Film wie im 2D-Film», so Stephan Stottele. In Kinos mit kleineren Leinwänden genügt dazu ein leistungsstärkerer Beamer. Grössere Kinos helfen sich, indem sie mit 2 Beamern den Film gleichzeitig projizieren.
  • Ärgernis Brille: Die wird im 3D-Kino nicht so schnell verschwinden. Zumindest für den kleinen Bildschirm wird aber fleissig an Möglichkeiten geforscht, 3D auch ohne Brillen möglich zu machen. Toshiba hat sogar schon ein entsprechendes Gerät im Sortiment. Wirklich überzeugen kann die «Glasses free»-TV-Technik aber noch nicht. Experten rechnen damit, dass es 5 bis 15 Jahre dauern wird, bis ein ausgereiftes Gerät auf den Markt kommt.
    Im Kino wird es noch länger dauern, da allein die vielen verschiedenen Blickwinkel, mit denen das Publikum auf die Leinwand sieht, brillenfreies 3D-Kino erschweren. Noch vor dem Fernseher werden wir ausgereifte 3D-Bilder ohne Brille deshalb auf Tablet-Computern und Smartphones sehen - wo in der Regel immer nur einer auf den Bildschirm schaut.

Auch im Farbfilm war nicht von heute auf morgen alles perfekt
Gründe genug also, die Unkerei vom baldigen Untergang des 3D-Kinos verstummen zu lassen. Die Technik befindet sich noch in einem frühen Stadium und die Mängel und Ärger, mit denen sich der Kinobesucher heute herumschlagen muss, werden in Zukunft vergessen sein. Schliesslich brauchte auch der Farbfilm gut 30 Jahre, bis er sich endgültig durchgesetzt hatte.

Und bestimmt gab es in den ersten Farbfilm-Jahren kein Mangel an Leuten, die sich über die schlechte Bildqualität beklagten und meinten, dieser neumodische Farbquatsch werde sich sowieso nie durchsetzen.

Jürg Tschirren

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Digitales Kino: So kommt der Film auf die Leinwand



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