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Bei allem Respekt vor den Kompositionen der Beatles und ihrem unglaublichen Einfluss auf die gesamte Rock- und Pop-Musik geht gerne vergessen, dass die Beatles als reine Coverband begannen.
Die Beatles zu Beginn ihrer Karriere. (Keystone)
Sie spielten - wie auch alle anderen Gruppen in den frühen 60er-Jahren - ganz einfach Songs ihrer amerikanischen Vorbilder nach. Sei es von Mädchengruppen wie den Marvelettes, von Ur-Rock'n'Rollern wie Larry Williams, Country-Stars wie Buck Owens oder Soul-Grössen wie den Miracles oder Isley Brothers. Da all diese Coverversionen fester Bestandteil ihres Live-Repertoires waren, geben sie auch einen guten Eindruck von ihrer unbändigen und damals noch intakten Spielfreude. Durch die vielen Auftritte gestählt brauchten sie im Studio dafür auch relativ wenig Zeit, oft nur gerade eine einzige Aufnahme.
Gerade die Cover-Versionen ihrer ersten Alben zeigen sehr schön die musikalischen Einflüsse der Beatles und sie geben gleichzeitig auch Hinweise auf ihre Lieblings-Bands, ihren ganz privaten Geschmack.
Alle fünf kommen aus der schwarzamerikanischen Musiktradition. Ob Rock’n’Roll, Soul oder Rhythm and Blues, die Beatles saugten diese Musik regelrecht auf und spielten sie begeistert nach. Sie halfen so auch die Original-Interpretinnen und -Interpreten ausserhalb von Amerika bekannt zu machen.
Zwar schrieben die Beatles pausenlos neue Songs und auf ihrem dritten Album «A Hard Day’s Night» gab es zum ersten Mal in ihrer Karriere ausschliesslich Original- Kompositionen, trotzdem mussten sie für ihre LPs «Beatles For Sale» und «Help!», aber auch für die EP «Long Tall Sally» auf Cover-Versionen zurückgreifen.
Paul McCartney wählte zwei Nummern seines Idols Little Richard und John Lennon brillierte auf zwei fünfziger Jahre Klassikern von Larry Williams. Auch Carl Perkins war ein Lieblingssongschreiber der Beatles. Sein «Honey Don’t» hatten sie jahrelang in ihrem Live- Repertoire.