Mark Twain in einer Aufnahme von 1909.
Mark Twain prägte unser Bild von Amerika
1876 erscheint «Tom Sawyer», worin Twain einige selbst erlebte Ereignisse erzählt. Für die damalige Zeit ungewöhnlich, lässt er die Charaktere in der Alltagssprache reden. 1885 legt Twain mit «Huckleberry Finn» einen Fortsetzungsroman vor. Noch stärker als im ersten Buch zeigt sich Twain hier als exemplarischer Vertreter des amerikanischen Realismus: Detailreich beschreibt er Menschen und ihr Verhalten. Er verschliesst sich nicht den sozialen Widrigkeiten und liefert bissige Einblicke in die Verhaltensweisen dieser Zeit.
Kritiker der Krankheit Amerikas
Die Gabe zur scharfen Beobachtung zeigt Twain auch andernorts. Er schreibt, nebst zahlreichen Reiseberichten und Reden, auch Artikel für Zeitungen. Als Journalist hält er nicht zurück mit Kritik an der amerikanischen Gesellschaft: Immer wieder prangert er religiöse Heuchelei oder Polizeiübergriffe auf Minderheiten an. Ein besonderer Dorn im Auge ist ihm die «Geldlust», die er als Amerikas Krankheit bezeichnet.
100 Jahre nach seinem Tod gehört Mark Twains Schaffen zum Kanon der Weltliteratur. Seine realitätsnahen Geschichten, geschrieben in einer ungekünstelten Sprache, prägen bis heute unser Bild des fernen Amerika von damals.
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