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Dienstag, 8.9.2009

Leserschwund bei Zeitungen geht zurück

Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und Sparprogrammen ist die Schweizer Presse bei der Leserschaft laut einer neuen Studie gefragt wie noch nie. Besonders die Sonntagspresse konnte mehr Leserinnen und Leser gewinnen.

«20 Minuten» ist klare Spitzenreiterin. (Keystone)

Während die Zuwachsraten bei den Gratisblättern verflachen, erholt sich die Tagespresse der Deutschschweiz auf breiter Front vom Leserschwund. Laut der aktuellen Studie der AG für Werbemedienforschung (Wemf) lesen 92,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung mehr oder weniger regelmässig eine Zeitung.

Bei den Zeitschriften konnte der rückläufige Trend gestoppt werden. Mit 91,6 Prozent verbesserte sich die Reichweite um 0,2 Prozent, blieb aber klar unter dem Rekord von 94,3 Prozent aus dem Jahre 2004.

Gratisblätter führen Liste an
Die Gratiszeitung «20 Minuten» ist mit einer Reichweite von 1,419 Millionen Lesern klare Spitzenreiterin. Die Zuwachsrate schwächte sich aber auf 3,9 Prozent ab.

Die jüngste Erhebung fiel mitten in die Bereinigung auf dem Gratiszeitungsmarkt. Für «News» wurde noch vor dem Rückzug auf den Platz Zürich eine Reichweite von 334‘000 errechnet, während die Ringier-Gratiskonkurrenz «Blick am Abend» auf 358‘000 Leser kam.

Bezahlte Tagespresse legt zu
Die mit schwindenden Inserateneinnahmen kämpfende bezahlte Tagespresse konnte fast durchs Band an Lesern gewinnen. Der «Blick» blieb mit einer Reichweite von 649‘000 Lesern trotz eines leichten Rückgangs das auflagestärkste Blatt.

Im niedrigen Prozentbereich zulegen konnten «Tages-Anzeiger», «Mittelland-Zeitung», «Berner Zeitung», «Neue Zürcher Zeitung», «Neue Luzerner Zeitung» und «Südostschweiz».

Sonntagspresse im Aufwind
Deutlicher nach oben zeigen die Leserzahlen der Sonntagspresse, trotz weiter gewachsenem Angebot an Titeln. Die «SonntagsZeitung» machte sogar einen Sprung von knapp acht Prozent auf 835‘000 Leser. Sie rückte damit dem «SonntagsBlick» näher, der sich um 2,3 Prozent auf eine Reichweite von 891‘000 verbesserte.

Zuwachsraten von vier bis fünf Prozent verzeichneten auf tieferem Niveau die «NZZ am Sonntag» und der «Sonntag». Die «Südostschweiz am Sonntag» überschritt nach einem Sprung von über elf Prozent erstmals die Marke von 100‘000 Lesern. Noch nicht erfasst wurde die «Zentralschweiz am Sonntag». (jpb, ap)

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Audio-Beiträge:


Der Leserboom kann den Inseratenschwund nicht kompensieren. (Beat Soltermann, 8.9.2009)
Hören (1:46)

DRS-Medienredaktor Beat Soltermann: «Die Zahl der Lesenden in der Schweiz nimmt zu.» (Ivana Pribacovic, 8.9.2009)
Hören (3:33)

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