Rolf Dubs: «Viele Lehrkräfte haben immer noch eine Abneigung gegenüber der Wirtschaft»
Gilt als Doyen der Wirtschaftsfächer an Gymnasien: Rolf Dubs (HSG St. Gallen)
Bei Themen, bei denen viele sich nicht trauen, nachzufragen hat Rolf Dubs den Durchblick. Doch auch er ist sich bewusst, dass das Thema Wirtschaft gerade in der heutigen Zeit sehr komplex ist: «Wirtschaft wird immer schwieriger. Deshalb haben Leute, die keine grösseren Zusammenhänge im Fundament kennen, oft Schwierigkeiten zu sehen, was sinnvoll - und was unsinnig ist.»
Doch Schuldenkrise und starker Franken setzen nicht bei allen einen Dämpfer - die Gesellschaft spalte sich immer mehr: «Wer über ein Basiswissen verfügt, interessiert sich tendenziell immer mehr für das Thema und wer bereits früher wenig Interesse für das Thema aufbringen konnte, ist heute noch mehr enttäuscht und kann am Ende gar nicht mehr entscheiden, was richtig und was falsch ist».
Doyen der Wirtschaftspädagogik
Als Doyen der Wirtschaftsfächer an Schweizer Gymnasien hat sich Herr Dubs vor allem für Jugendliche stark gemacht und setzte sich für die Einführung und vollwertige Anerkennung des Faches ein: «Jugendliche, die eine gute Lehrkraft haben, lernen heute sehr viel. Das Problem liegt weniger am Fach, sondern vielmehr daran, wie ein Lehrer unterrichtet». Der Unterricht müsse theoretisch fundiert und die komplexen Zusammenhänge praxisbezogen erklärt werden, so der ehemalige Professor gegenüber DRS 3.
Fachkompetenz ist Grundvoraussetzung
Wir seien zwar auf gutem Weg, doch es sei wichtig, zu erkennen, dass das Fach Wirtschaft nach wie vor nicht von allen Bildungsbehörden gestützt werde. «Der Unterricht in der Schweiz ist zwar sehr gut, aber viele Lehrkräfte haben immer noch eine gewisse Abneigung gegenüber der Wirtschaft, da sie oft selbst kein Verständnis für das komplexe Thema haben», so Dubs weiter.
Der Unterricht gehört in die Hände kompetenter Fachpersonen, die ein wirtschaftswissenschaftliche Grundbildung haben. Nur diese Leute haben die Fähigkeit, zu differenzieren und das Themas so zu vereinfachen, dass es nicht falsch oder dogmatisch daherkommt.
