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Dienstag, 22.5.2012

Iran signalisiert Zugeständnisse im Atomstreit

Gründliche Untersuchungen seines Atomprogramms blockiert Iran seit langem. Am Mittwoch muss sich Teheran den ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrates stellen. Jetzt rückt offenbar eine Lösung im Atomstreit näher.

IAEA-Chef Yukiya Amano. (Keystone)

Iran lässt Untersuchung seiner Atomanlagen zu

Seit über vier Jahren blockiert Iran den Zugang zu seinen Atomanlagen. Nun erklärt sich Teheran bereit, eine Vereinbarung zur genaueren Überprüfung seines Atomprogramms durch die IAEA zu unterzeichnen.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 22.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Kurz vor der neuen Verhandlungsrunde mit den Weltmächten über sein umstrittenes Atomprogramm hat der Iran Zugeständnisse signalisiert. Teheran erklärte sich bereit, eine Vereinbarung zur genaueren Überprüfung seines Atomprogramms durch die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA zu unterzeichnen. Das sagte IAEA-Chef Yukiya Amano nach seiner Rückkehr von Gesprächen in Teheran am Dienstag in Wien.

Zugang zur Anlage Parchin inbegriffen
Teil der Vereinbarung sei auch der Zugang zu der militärischen Forschungsanlage in Parchin nahe Teheran, betonte Amano. Der Westen verdächtigt den Iran, dort Tests mit Atomsprengköpfen zu simulieren.  In dem Abkommen sollen die Bedingungen festgehalten werden, unter denen der Iran den IAEA-Kontrolleuren Zugang zu Anlagen, Dokumenten und Experten gewährt.

Einige kleinere Meinungsverschiedenheiten müssten allerdings noch geklärt werden, sagte Amano. Die iranische Seite habe aber versichert, dass sei kein Hindernis. Details nannte der IAEA-Chef nicht. Wann das Abkommen unterzeichnet wird, werde noch geklärt.

Amano hatte sich am Montag mit Irans Atom-Chefunterhändler Said Jalili in Teheran getroffen, nachdem Verhandlungen auf der Arbeitsebene vor einer Woche ohne Ergebnis geendet hatten.

Seit 2008 verweigert der Iran den Zugang zu bestimmten Forschungszentren, in denen nach Vermutung des Westens an geheimen Militärprogrammen zum späteren Bau von Atomwaffen gearbeitet wird.

Grosse Verhandlungsrunde in Bagdad
Das Chef-Gespräch diente als Vorstufe zu der grossen Verhandlungsrunde der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates USA, Russland, Frankreich, Grossbritannien, China sowie Deutschlands mit dem Iran an diesem Mittwoch in Bagdad.

Der Druck, in Bagdad etwas Konkretes zu erreichen, ist auf alle Beteiligten gross. Israel sieht das iranische Atomprogramm als Bedrohung und droht indirekt mit einem Luftangriff. Der US-Botschafter in Israel sagte in der vergangenen Woche, die nötigen Planungen für einen Angriff seien fertig.

Die sechs Mächte wollen eine Eskalation verhindern und suchen nach Auswegen. Gleichzeitig leidet der Iran unter den vom Sicherheitsrat verhängten Wirtschaftssanktionen und könnte zu Zugeständnissen bereit sein.

Raketenstart geplant
Stärke will das Land offenbar trotzdem demonstrieren: Vor einer Woche wurde angekündigt, einen neuen Satelliten mit einer Rakete ins All zu schiessen - genau am Tag der Verhandlungen in Bagdad. Es soll sich nur um einen Wetter-Satelliten handeln.

Die USA und Israel befürchten jedoch, dass die iranische Raumfahrt- und Raketentechnik auch für militärische Angriffe genutzt werden könnte.

Der US-Vertreter bei der IAEA in Wien zeigte sich trotz der Entwicklung weiter «besorgt» und forderte den Iran auf, konkrete Schritte zur uneingeschränkten Zusammenarbeit mit der IAEA zu ergreifen, um alle noch bestehenden Bedenken über sein Atomprogramm zu beseitigen. (bru, dpa)

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Dossier, Letztes Update: Montag, 17.9.2012

Der langwierige Atomstreit mit Iran

Teheran arbeitet seit Anfang der 1980er Jahre an einem Atomprogramm. Bis 2002 wusste die internationale Gemeinschaft nichts davon. Iran behauptet, die Forschungsarbeiten hätten nur die zivile Nutzung der Atomkraft zum Ziel. Doch der Westen wirft dem Mullah-Regime vor, an einer Atombombe zu bauen.


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