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Mittwoch, 23.5.2012

Gedenkfeiern für Mafia-Jäger Falcone

Italien hat des sizilianischen Richters Giovanni Falcone gedacht, der vor genau 20 Jahren von der Mafia umgebracht wurde. An der grössten Gedenkfeier in Palermo nahmen Tausende von Menschen teil, darunter Italiens Premier Mario Monti und Präsident Giorgio Napolitano.

Italiens Präsident Giorgio Napolitano erinnert junge Zuhörer an Falcones Verdienste. (Keystone)

Kampf gegen die Mafia - 20 Jahre nach Falcones Tod

Mit einer ferngesteuerten Bombe tötete vor genau 20 Jahren die sizilianische Cosa Nostra den Anti-Mafia-Staatsanwalt Giovanni Falcone. Wo Italien heute im Kampf gegen die Mafia steht und wieso uns das in der Schweiz viel angeht.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Mittwoch, 23.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

«Die Mafia ist besiegbar», sagte Premier Mario Monti in Palermo auf Sizilien. Das Beispiel Falcones müsse allen Italienern neuen Mut geben für einen unerbittlichen Kampf gegen die Mafia. Bekämpft werden müsse die Mafia auch mit Wirtschaftswachstum, sagte Monti. Die Kriminalität grassiere in Regionen, in denen es an Beschäftigung und an Wachstumsmöglichkeiten fehle.

An der Veranstaltung in Palermo zu Ehren Falcones beteiligten sich Tausende von Menschen, darunter viele Studenten und Schüler. Sie sei glücklich, dass jedes Jahr mehr Jugendliche zu den Gedenkfeiern kämen, sagte Falcones Schwester Maria. Der Anschlag auf ihren Bruder habe Italien verändert. Die Bevölkerung habe von der Politik verlangt, mit der Mafia «gründlich aufzuräumen».

Falcone wurde in die Luft gesprengt
Präsident Giorgio Napolitano besuchte das Denkmal an der Autobahn bei Palermo, das an das Attentat auf den Anti-Mafia-Richter Falcone erinnert. Falcone, seine Frau und drei seiner Leibwächter waren am 23. Mai 1992 während einer Autofahrt in Capaci bei Palermo durch eine ferngesteuerte Bombe getötet worden.

Falcone hatte in den Jahren vor seinem gewaltsamen Tod einen Prozess gegen rund 400 Mafioso vorbereitet. Die Gedenkfeiern fanden teilweise in dem Bunker statt, der extra für diesen Prozess gebaut worden war.

Feiern im Zeichen des Anschlags in Brindisi
Die Gedenkfeiern standen auch im Zeichen des Anschlags auf die Berufsschule «Morvillo-Falcone» in der süditalienischen Stadt Brindisi. Dabei wurde eine sechzehnjährige Schülerin getötet. Anfangs war befürchtet worden, dass der Bombenanschlag auf die Mafia zurückzuführen sei. Die Schule ist Francesca Morvillo, der Ehefrau Falcones gewidmet. Für eine Täterschaft der Mafia wurden jedoch keine Beweise gefunden. (webs, sda/dpa)

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Mittwoch, 23.5.2012

Mord an Falcone veränderte Italien

Die sizilianische Cosa Nostra ermordete heute vor 20 Jahren Mafia-Jäger Giovanni Falcone. Ein Bumerang für die organisierte Kriminalität: Durch das Attentat wurde der Richter zum Symbol für den Kampf gegen die Mafia und löste eine in Italien nie dagewesene Bürgerbewegung aus.   Mehr

Archiv-Ton: Echo der Zeit vom 25.05.1992 (1:43)


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