Umstrittene Elite-Soldaten für Kosovo
Von Inlandredaktor Peter Maurer
Im Frühling schickt die Schweiz wieder 200 Frauen und Männer für einen friedenssichernden Einsatz nach Kosovo. Erstmals werden auch neun Mitglieder der militärischen Spezial-Einheit des Armee-Aufklärungs-Detachements 10 (AAD 10) dabei sein.
Diese Elite-Soldaten sind eigentlich für gefährliche und komplizierte Missionen im Ausland ausgebildet. Ihr geplanter Einsatz im Norden des Kosovo sorgt hierzulande für heftige Reaktionen unter Sicherheitspolitikern.
Lang: «Beschäftigungs-Programm»
Für den Sicherheitspolitiker und Nationalrat der Grünen, Josef Lang ist der Kosovo-Einsatz der Elite-Soldaten eine Art «Beschäftigungs-Programm». Nachdem das Parlament nämlich die Atalanta-Mission bachab schickte, seien diese Elite-Soldaten nämlich arbeitslos.
Büchler: «Mangel an Führungssoldaten»
Es fehlten Offiziere für den Kosovo-Einsatz, kontert der Präsident der nationalrätlichen Sicherheitskommission. Man schicke AAD-10-Leute, die im Kosovo Führungspositionen übernehmen.
Borer: «Perlen vor die Säue»
Diese Begründung leuchtet SVP-Armee-Spezialist Roland Borer nicht ein. Er erachtet es als falsch, wenn Elitesoldaten zu Lückenfüllern werden, weil man Einsätze im Ausland übernommen hat, die nicht für eine Milizarmee geeignet sind. Im Kosovo gebe es keine Spezialaufträge. «Man wirft da Perlen vor die Säue», so Borer.
Malama: «Jeder Einsatz willkommen»
FDP-Sicherheitspolitiker Peter Malama sieht grundsätzlich keine Probleme beim Einsatz von ADD-10-Mitgliedern im Kosovo. Jeder Einsatz, der möglichst der Ausbildung entspreche, sei willkommen.
ADD 10 bald ausgedient?
Geht es nach dem Willen von Nationalrat Lang hat die Schweizer Elite-Truppe bald ausgedient. Er will nämlich in der Frühlings-Session einen Vorstoss einreichen mit dem die Sondereinheit ADD 10 abgeschafft werden soll. (bat/maup)
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