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Dienstag, 19.6.2012

Europa muss die Krise alleine bekämpfen

Europa bleibt im Kampf gegen die Schuldenkrise weitgehend auf sich gestellt. Weder die USA noch andere grosse Wirtschaftsblöcke wie China oder Indien sehen sich in der Pflicht, die Gefahren aus spanischer Bankenkrise, italienischer Rezession und griechischen Reformproblemen einzudämmen.

US-Präsident Barack Obama reiste doch noch nach Los Cabos, obschon er am Montag abgesagt hatte. (Keystone)

Heruntergeschraubte Erwartungen am G20-Gipfel

Seit klar ist, dass in Griechenland nicht die radikalen Reformgegner die Macht übernehmen, gibt es auch am G20-Gipfel im mexikanischen Los Cabos weniger Druck für gemeinsame Lösungen aus der Schuldenkrise.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Dienstag, 19.6.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Zum Abschluss des G20-Gipfels im mexikanischen Badeort Los Cabos gab es mehr Absichtserklärungen als konkrete Pläne. Immerhin statten die führenden Volkswirtschaften der Erde (G20) ihre Finanz-Feuerwehr, den Internationalen Währungsfonds (IWF), mit mehr Mitteln aus als zunächst gedacht: Insgesamt erhöht sich der IWF-Schutzwall auf mehr als eine Billion US-Dollar. Auf dieses Geld können alle IWF-Mitglieder im Notfall zurückgreifen.

Merkel glättet Wogen
Nachdem es zum Gipfelauftakt offenen Streit und Schuldzuweisungen in Richtung Europa gab, glättete Bundeskanzlerin Angela Merkel die Wogen. Es sei Konsens in der Gipfelrunde gewesen, dass nicht nur Europa Probleme habe, sondern auch andere Wirtschaftsblöcke. Jeder habe deshalb eine eigene Verantwortung, diese zu lösen.

Die Europäer hätten ihre gemeinsame Entschlossenheit demonstriert, die Schuldenkrise in den Griff zu kriegen, sagte Merkel. Bei allem Verständnis aus den USA, China, Indien und anderen G20-Staaten für die europäische Notlage gab es doch kritische Töne. Letztlich steht Europa im Kampf gegen die Schuldenkrise allein da.

Streit über richtige Strategie
In der Abschlusserklärung, die der Nachrichtenagentur dpa als Entwurf vorlag, heisst es, die Eurozone sei in der Pflicht, die Finanzmärkte zu beruhigen, Vertrauen zurückzugewinnen und Wachstum zu schaffen. Unübersehbar war, dass es vor allem zwischen den USA und den Europäern weiter Streit über den richtigen Weg aus der Schuldenkrise gibt.

Die USA dringen seit Monaten vor allem auf eine rasche Lösung - notfalls auch mit Milliarden-Ausgaben. Auch China, Indien und Südkorea zeigten sich tief beunruhigt, dass die Schuldenkrise schlimmstenfalls die Weltwirtschaft bedrohen könne.

Schuldzuweisungen
Verärgert war EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso: «Wir lassen uns hier von niemandem belehren.» Die Krise sei nicht von Europa ausgelöst worden, sondern habe in den USA ihren Ausgang genommen. Um der Kritik an ihrem Krisenmanagement zu begegnen, gaben die Euro-Länder eine Garantie ab. «Die Mitglieder der Eurozone in der G20 werden alle notwendigen politischen Massnahmen ergreifen, um die Integrität und Stabilität des Währungsraums zu sichern», hiess es in dem Entwurf. (bat, sda/dpa/Reuters/afp)

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Dienstag, 19.6.2012

Gegenseitige Schuldzuweisungen am G-20-Gipfel

In Los Cabos in Mexiko hat der Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer begonnen. In einer Erklärung ist von vielen gemeinsamen Anstrengungen die Rede. Und es kam zu gegenseitigen Schuldzuweisungen.   Mehr


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