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Letztes Update: Mittwoch, 4.7.2012

Lagarde warnt die USA vor Sparwut

IWF-Chefin Lagarde hat die US-Regierung vor zu starkem Sparen gewarnt. Das könnte die lahmende Konjunktur gefährden. Die IWF-Prognosen sind auch schlechte Nachrichten für die Wiederwahl von Obama.

IWF-Direktorin Christine Lagarde (Keystone)

Die US-Konjunktur erholt sich nur langsam - und die Gefahren eines erneuten Rückschlags sind erheblich. Die weltgrösste Volkswirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr lediglich um zwei Prozent wachsen. Im nächsten Jahr dürfte das Wachstum 2,25 Prozent betragen.

Zugleich warnte IWF-Chefin Christine Lagarde vor allzu scharfen Sparschnitten im US-Haushalt. Das könnte «Wachstum schwächen» - mit möglichen Negativfolgen für die globale Wirtschaft. Zwar müssten die USA ihre Finanzen konsolidieren. Dies dürfte aber «nicht wie eine (Konjuntur)Bremse wirken».

Hiobsbotschaft für Obama
Die Prognosen der IWF-Experten sind zugleich eine erneute Hiobsbotschaft für Präsident Barack Obama: Er muss angesichts der schleppenden Konjunktur immer mehr um seine Wiederwahl im November bangen.

Ausdrücklich warnt der IWF: Vor allem die Euro-Krise berge erhebliche Risiken für die US-Konjunktur. «Die Vereinigten Staaten bleiben anfällig für eine Ansteckung durch eine Verstärkung der Euro-Schuldenkrise» heisst es im IWF-Jahresbericht zur Lage in den USA.

Eindringlich warnt der IWF vor einem herben Konjunkturdämpfer, wenn Anfang 2013 automatische Budgetkürzungen in Kraft treten und Steuererleichterungen auslaufen - in den USA spricht man bereits von einem «fiscal cliff».

Tipps für Zusammenarbeit mit Republikanern
Es lauerten auch interne Gefahren durch eine angestrebte Haushaltskonsolidierung in den USA: Sollte die Regierung im nächsten Jahr zu stark auf die Sparbremse treten, könnte die Wirtschaft Anfang nächsten Jahres sogar schrumpfen.

Obama und die Republikaner müssten dringend ihren Streit in der Steuerpolitik beilegen und sich Anfang 2013 rasch auf eine Erhöhung des Schuldenlimits einigen. Im Kern stehe Washington vor dem Problem, einerseits die hohen staatlichen Schulden abbauen zu müssen, anderseits aber eine konjunkturelle Erholung nicht zu gefährden. (luek, dpa/reuters)

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