Weko öffnet CD- und DVD-Markt für Parallelimporte
Verkaufszahlen der Berner Elektropop-Band Da Sign & The Opposite haben die Untersuchung ins Rollen gebracht. (SRF)
Die Wettbewerbskommission (Weko) hat die Untersuchung gegen den Dachverband der Schweizer Musik-Labels (IFPI) in einem Punkt eingestellt: Bei der Erstellung der Hitparade hat der IFPI nicht gegen das Kartellrecht verstossen, teilt die Weko mit. Allerdings muss der IFPI seine Praxis bei der Berechnung der Hitparade dennoch ändern, um die Transparenz zu erhöhen.
Der digitale Musikvertrieb iMusician hatte die Untersuchung der Weko ins Rollen gebracht. Er durfte dem IFPI nicht beitreten. iMusician hatte den Verdacht, die Hitparade widerspiegle nicht die tatsächlichen Verkaufszahlen, als der Song «Slow down. Take it easy» der Band Da Sign & The Opposite nicht in der auf DRS 3 gesendeten Hitliste auftauchte.
Parallelimporte behindert
Einen Verstoss stellte die Weko hingegen bei den Parallelimporten fest. Der IFPI habe den Parallelimport von Musik-CDs in die Schweiz behindert. Dafür muss der IFPI eine Busse von 3,5 Millionen Franken zahlen.
Aus demselben Grund büsst die Weko auch Phononet mit 20'000 Franken. Die Firma habe als Bindeglied zwischen Handel, Medien und Musikindustrie die Praxis des IFPI unterstützt. Konkret haben sich die Mitglieder des IFPI gegenseitig verpflichtet, auf den Parallelimport von CDs und DVDs anderer Mitglieder zu verzichten.
In einer einvernehmlichen Regelung mit der Weko haben sich der IFPI und Phononet nun bereit erklärt, künftig Parallelimporte von Ton- und Tonbildträgern nicht mehr mit Importverzichtserklärungen zu erschweren oder zu verhindern. (nab, sda)
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