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Freitag, 10.8.2012

In Sidi Bouzid kocht erneut die Volksseele

Die tunesische Polizei ist in der Nacht zum Freitag erneut gewaltsam gegen Demonstranten in Sidi Bouzid vorgegangen. Etwa 800 Menschen protestierten gegen die hohe Arbeitslosigkeit und forderten die Auflösung der Regierung.

Die tunesischen Sicherheitskräfte sind bereits im Juni Demonstrationen entgegengetreten. (Keystone Archiv)

Karte: Unruhen im arabischen Raum

Die tunesische Polizei hat in Sidi Bouzid im Zentrum Tunesiens neue Proteste gegen die Regierung aufgelöst. Die von nichtstaatlichen Organisationen und politischen Parteien unterstützten Protestierenden warfen der Regierung Untätigkeit bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vor.

Sie forderten die Freilassung von Verhafteten aus der Region sowie die Auflösung der von islamistischen Partei Ennahda geführten Regierung sowie der verfassunggebenden Versammlung.

Polizei setzt Gummischrot ein
Einige der Demonstranten warfen Steine auf Polizisten, die ihrerseits Gummigeschosse und Tränengas einsetzten. Ob es Verletzte gab oder die Polizei Demonstranten verhaftete, ist nicht bekannt.

Bereits am Donnerstagmorgen hatte die Polizei in Sidi Bouzid Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt, um eine Demonstration gegen die Regierung aufzulösen. Dabei wurden fünf Menschen verletzt.

Ursprungsort des Arabischen Frühlings
Sidi Bouzid war Ausgangspunkt der tunesischen Revolte vom Winter 2010/2011, die zum Sturz von Langzeitmachthaber Zine al-Abidine Ben Ali führte und den arabischen Frühling einläutete. Proteste in der zentraltunesischen Stadt erregen deshalb besondere Aufmerksamkeit.

Am 17. Dezember 2010 hatte sich dort ein junger Strassenhändler angezündet, weil er Behördenwillkür und Perspektivlosigkeit in seiner Heimat nicht mehr ertragen konnte. Die Verzweiflungstat in dem Ort rund 250 Kilometer südlich von Tunis rüttelte Hunderttausende Tunesier auf und führte wenige Wochen später zum Sturz von Präsident Ben Ali. (basn;pet, sda/afp/dpa)

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Sonntag, 6.5.2012

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Der Aufstand in Tunesien vor über einem Jahr hat 338 Menschen das Leben gekostet. Zwei Drittel der Opfer wurden von Sicherheitskräften erschossen. Zu diesem Schluss kommt eine unabhängige Untersuchungskommission.   Mehr

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