Der Kundenzulauf bei Raiffeisen hält an
Die Kunden bringen ihr Geld vermehrt zu einer der Raiffeisen-Banken. (Keystone)
Die Raiffeisen-Gruppe hat laut Pierin Vincenz für die St. Galler Privatbank Wegelin Anfgang Jahr rund 155 Millionen Franken bezahlt. Mit Notenstein habe die Gruppe Vermögenswerte und Substanz gekauft, so Vincenz.
Wegelin zerbrach im Januar unter dem Druck der US-Steuerbehörden, die dem geschichtsträchtigen Institut Beihilfe zur Steuerhinterziehung von Amerikanern vorgeworfen hatten. Das ausseramerikanische Geschäft kaufte die Raiffeisen-Gruppe, die das Institut in «Bank Notenstein» umbenannte.
Die Raiffeisen Gruppe hat im ersten Halbjahr 2012 einen Anstieg an Kundengeldern von 5,9 Prozent oder 7,2 Milliarden Franken verbuchen können.
40'000 neue Kunden
Insgesamt hielt die Raiffeisen-Gruppe Ende Juni Kundengelder im Volumen von 129,4 Milliarden Franken, wie sie am Donnerstag mitteilte. Dabei konnten die Banken auch über 40'000 neue Kunden gewinnen.
Auf hohem Stand blieb auch die Nachfrage nach Hypotheken - das Volumen stieg um 4 Milliarden oder 2,9 Prozent auf 140,2 Milliarden Franken. Raiffeisen wächst damit im Geschäft mit den Hausbaukrediten laut eigenen Angaben über dem Markt. Die Gruppe hält im Hypothekengeschäft einen Marktanteil von rund 16 Prozent.
Gewinn unter dem Strich leicht gesunken
Im ersten Halbjahr, das unter anderem durch die Übernahme des ausseramerikanischen Geschäfts der Privatbank Wegelin - jetzt Notenstein - geprägt war, sank bei der Raiffeisengruppe der Gewinn: Unter dem Strich ging er von 340 Millionen Franken in der entsprechenden Vorjahresperiode auf 332 Millionen Franken zurück.
Grund für den Rückgang ist der tiefere Buchwert der Beteiligungen, welche Raiffeisen an der Zürcher Bank Vontobel und der Helvetia-Versicherungsgruppe hält. Ohne diesen Effekt weisen die Regionalbanken einen Gewinn aus, der um 4,3 Prozent auf 354 Millionen Franken angewachsen ist.
Tiefe Zinsen beeinträchtigen den Ertrag
Beim Hauptertragspfeiler Zinsgeschäft legte der Erfolg angesichts von tiefen Zinsen nur um 0,1 Prozent auf 1,04 Milliarden Franken zu. Beim Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft gab es ein Plus von 60,2 Prozent auf 188 Millionen Franken, während das Handelsgeschäft um 50,4 Prozent auf 99 Millionen Franken zuzulegen vermochte.
Die starken Steigerungen gehen wesentlich auf die Bank Notenstein zurück. Die Abhängigkeit vom Zinsgeschäft verringert sich durch den Notenstein-Kauf, was durchaus aus sich der Raiffeisenführung durchaus erwünscht ist.
Notenstein nimmt Fahrt auf
Die verwalteten Vermögen der Gruppe stiegen im Verlauf des Halbjahres um 23,9 Milliarden auf 170 Milliarden Franken. Knapp 21 Milliarden Franken davon sind Gelder, die bei der St. Galler Privatbank Notenstein betreut werden. Notenstein entstand beim Notverkauf der Bank Wegelin, die im Januar unter extremen Druck der US-Steuerbehörden geraten war.
Laut der Raiffeisen-Führung unter Pierin Vincenz verzeichnete die arg durchgeschüttelte Privatbank weniger Kundengeldabflüsse als erwartet: Netto floss 1 Milliarde Franken ab. Seit Juni gelinge des dem St. Galler Traditionshaus, wieder Kundengelder anzuziehen.
Optimistischer Ausblick
Für den Rest des Jahres ist Raiffeisen laut eigenen Angaben vorsichtig optimistisch. Trotz des schwierigen Marktumfeldes werde ein Jahresergebnis in der Nähe des Wertes von 2011 erwartet. (pet, sda)
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