Assange: Obama soll «Hexenjagd» beenden
Scharf beobachtet von den Kameras und der Polizei spricht Assange zu den Medien und seinen Fans. (Keystone)
Nach seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London hat sich Julian Assange erstmals wieder an die Öffentlichkeit gewandt. Der Wikileaks-Gründer dankte bei seinem mit Spannung erwarteten Auftritt der Regierung in Quito. Er bedankte sich für die Unterstützung aus Ecuador, anderen südamerikanischen Ländern und der ganzen Welt.
«Während Wikileaks bedroht wird, wird auch die Meinungsfreiheit und die Gesundheit unserer ganzen Gesellschaft bedroht», sagte Assange am Sonntag. Zu seiner Zukunft äusserte er sich nicht.
Rede vom sicheren Balkon aus
Assange zeigte sich auf dem Balkon der Botschaft. Damit bewegte er sich auf diplomatisch unverletzlichem Gebiet: Laut der Wiener Konvention ist die Hoheitsgewalt der Behörden des Gastgeberlandes dort ausser Kraft gesetzt. Andernfalls hätte Assange eine Festnahme durch die britische Polizei riskiert.
Polizei war bereit
Vor dem Gebäude standen mehrere hundert Sympathisanten, Medienvertreter und Neugierige. Auch eine Hundertschaft der Polizei war vor Ort. Kurz vor dem Auftritt hatte Assanges Anwalt gesagt, ein weiterer juristischer Schritt sei geplant. Details dazu gab es nicht.
Mannings Freilassung gefordert
Assange forderte die USA auf, ihre «Hexenjagd» auf die Enthüllungsplattform Wikileaks und Informanten zu beenden. Unter anderem müssten der Wikileaks-Informant Bradley Manning sowie andere aus dem Gefängnis entlassen werden und Entschädigung für ihre Haft bekommen.
Assange droht Anklage wegen Sexualdelikten
Assange soll wegen mutmasslicher Sexualdelikte nach Schweden ausgeliefert werden, hat aber von Ecuador politisches Asyl bekommen. Er fürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden. Wikileaks hatte zahlreiche vertrauliche Dokumente veröffentlicht und damit unter anderem die US-Regierung an den Pranger gestellt. (luek, dpa/ap)
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