Anschläge im Irak fordern mehr als 50 Todesopfer
Nach dem Bomenanschlag auf dem Markt im südirakischen Diwanija. (Reuters)
Allein in der südirakischen Stadt Diwanija wurden 40 Menschen getötet und 75 weitere verletzt. Der Anschlag galt schiitischen Pilgern, die in einer Moschee versammelt waren und auf dem Weg nach Kerbala waren. Nach Angaben der Polizei war die Bombe in einem Kleinlaster versteckt. Gegen 10 Uhr explodierte das Fahrzeug auf dem Gemüse- und Fischmarkt in Diwanijah nahe der Moschee.
Der Vorsitzende des Provinzrates, Dschubair al-Dschaburi, machte sunnitische Aufständische mit Verbindungen zur Al-Kaida für die Tat verantwortlich. Die Behörden verhängten eine teilweise Ausgangssperre und riegelten die Stadt ab.
Anschläge im Raum Kerbela
In der Stadt Kerbela sprengten sich zwei Selbstmordattentätern inmitten von schiitischen Pilgern in die Luft. Nach Informationen von Spitalärzten rissen die Täter sieben Menschen mit in den Tod. Die Mediziner zählten 40 Verletzte.
Wie aus Polizeikreisen verlautete, seien zudem in der Nähe von Kerbela zwei am Strassenrand deponierte Bomben explodiert. Dabei starben vier Menschen, rund 30 wurden verletzt.
Seit Tagen strömen schiitische Muslime in die rund 100 Kilometer südlich von Bagdad gelegene Stadt Kerbela. Sie wollen dort am Freitag an den Feierlichkeiten zum Andenken an den Geburtstag des Imams Al-Mahdi teilnehmen. Nach Angaben der lokalen Verwaltung sind unter den Pilgern auch mehr als 3000 Schiiten aus dem Ausland.
Da insgesamt mehrere Millionen Pilger erwartet werden, hatten die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen rund um Kerbela bereits vor einigen Tagen verschärft. Tausende Soldaten und Polizisten wurden dort zusätzlich stationiert.
Politische Spannungen aufgrund Konflikt zwischen Volksgruppen
Die sunnitische Islamische Partei verurteilte die Terrorserie. In einer Erklärung der Partei hiess es, die verschiedenen Volksgruppen des Irak sollten im Angesicht der Gewalt noch enger zusammenstehen.
Der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki steht politisch unter Beschuss. Mehrere Parteien der Kurden und Sunniten sowie einige schiitische Strömungen fordern seine Absetzung. Er selbst hatte vor kurzem erklärt, falls die Probleme in der Regierungskoalition nicht bald gelöst würden, könnten vorgezogene Neuwahlen eine Lösung sein
Zunehmende Gewalt schürt Befürchtungen
Allein im Juni 2012 wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters 237 Menschen getötet und 603 verletzt. Die meisten Opfer waren bei Bombenanschlägen zu beklagen. Viele fürchten, dass der Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten wieder aufflammen könnte. In den Jahren 2006 und 2007 stand das Land am Rande eines Bürgerkrieges. Die US-Truppen haben inzwischen das Land verlassen. (wedj, sda/reuters)
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