Schwere Gefechte in Syrien
Am Samstag stiegen Rauchsäulen über der Stadt Homs auf. (Reuters)
In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben die Regierungstruppen eine Gegenoffensive gegen die Aufständischen gestartet und nach heftigen Gefechten mehrere Viertel unter ihre Kontrolle gebracht. Auch im Umland von Damaskus wird offenbar heftig gekämpft. Syrische Menschenrechtsbeobachter in London berichten von schwerem Artilleriebeschuss. Unabhägige Bericht gibt es nicht.
Nördlich von Homs sollen Truppen zusammengezogen worden sein. Das Lokale Koordinationskomitee der Opposition berichtete, dass sich Truppen von Präsident Bashar al-Assad an den Eingängen der Aufständischen-Hochburg Al-Rastan nördlich von Homs sammelten. Augenzeugen berichteten von Aufklärungsflügen über der Stadt und einsetzendem Artilleriebeschuss.
In der zweitgrössten Stadt Aleppo lieferten sich Militär und Rebellen am Samstag heftige Kämpfe. Die Handelsmetropole im Norden war bislang von den bewaffneten Auseinandersetzungen weitgehend verschont geblieben.
Weiterhin ist unklar, wo sich Präsident Bashar al-Assad aufhält. Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Assad wurden umgehend vom Informationsministerium zurück. Zuvor hatte der russische Botschafter in Paris gesagt, Assad sei sich der Ausweglosigkeit seiner Lage bewusst.
Wer kann, flieht aus Syrien
Immer mehr Menschen fliehen aus Syrien: Am syrisch-libanesischen Grenzübergang Masnaa stauten sich die Autos auf einem Kilometer in Viererreihen, berichtete die libanesische Zeitung «Daily Star». Der Kontrollpunkt ist rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt. Aktivisten schätzen die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Libanon auf 60'000.
Viele syrische Familien fliehen auch in die Türkei. Dort sind derzeit mehr als 43'000 Personen als Flüchtlinge registriert. Unter ihnen sollen sich auch 22 syrische Generäle und zahlreiche Offiziere befinden. Regimegegnern sprechen davon, dass inzwischen ein Drittel der Soldaten desertiert sein sollen. Diese Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht bestätigen.
Das Uno-Hochkommissariat für Flüchltinge (UNHCR) schätzt, dass seit Beginn der Aufstände vor 16 Monaten rund eine Million Syrer aus Angst um ihr Leben ihre Heimatstädte verlassen haben. Syrien hat 21 Millionen Einwohner.
Türkei schliesst Grenzübergang Çilvegözu
Angehörige der Freien Syrischen Armee hätten 30 aus der Türkei kommende Lastwagen ausgeraubt und beschädigt, sagte der Gouverneur von Hatay. Der Grenzübergang sei deshalb geschlossen worden.
Neun Lastwagen seien in Brand gesteckt worden. Andere wurden den türkischen Fahrern, die zum Teil bereits seit Tagen an dem Übergang warteten, um Lebensmittel und Medikamente nach Syrien zu bringen, zurückgegeben. Wann die Grenze wieder geöffnet wird, sei noch unklar.
Israels Soldaten sind in Alarmbereitschaft
Israel schliesst ein militärisches Eingreifen in Syrien nicht aus, falls die syrische Regierung Chemiewaffen oder Raketen an die radikal-islamische Hisbollah aus dem Libanon weiterreicht. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte dem TV-Sender «Channel 10», er habe das Militär angewiesen, sich auf eine solche Entwicklung vorzubereiten.
In dem Moment, in dem der Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad beginne, werde Israel die Beobachtung durch Geheimdienste vorantreiben und mit anderen Diensten zusammenarbeiten.
Die Hisbollah hat in der Vergangenheit militärische und finanzielle Unterstützung aus Syrien und dem Iran erhalten. Während der israelischen Offensive im Südlibanon 2006 hatte sie tausende Raketen auf Israel gefeuert. (bat, sda/reuters/dpa/afp)
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