Vorschlag und Gegenvorschlag im Atomstreit mit Iran
Zum Auftakt der neuen Verhandlungsrunde im Atomstreit mit Iran haben beide Seiten Lösungsvorschläge präsentiert: Iran solle zu Zugeständnissen bei der Urananreicherung bewegt werden, sagte ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton. Er warnte jedoch, nicht zu viel von dem Treffen zu erhoffen.
Der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur zufolge legte die Delegation aus Teheran ihrerseits einen Fünf-Punkte-Plan vor. Einzelheiten aus den Vorschlägen wurden nicht bekannt.
Bastelt Irans Regierung an der Bombe?
Beim Treffen in der irakischen Hauptstadt Bagdad geht es um die Frage, was an den zahlreichen Atomstandorten geschieht, die Teheran über das Land verteilt in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Wird dort medizinisch geforscht? Wird die zivile Stromversorgung aufgebaut, wie Teheran behauptet? Oder arbeiten Irans Atomexperten am Bau von Atomwaffen? Das ist der Verdacht des Westens.
Widersprüchliches aus Teheran
Wie früher schon vor sendete die iranische Regierung im Vorfeld des Treffens widersprüchliche Signale: Am Dienstag verkündete die Atomenergiebehörde des Landes, der Forschungsreaktor in Teheran sei mit im Inland hergestelltem, auf 20 Prozent angereichertem Uran bestückt worden. Dass in den Anlagen Uran auf 20 Prozent anreichert werden kann, macht den westlichen Ländern seit Längerem Sorgen. Prinzipiell könnten solche Anlagen dazu genutzt werden, Uran auf 90 Prozent anzureichern – und das würde für den Bau einer Atombombe reichen.
Gleichzeitig kündigte Teheran an, sich künftig stärker von den Kontrolleuren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in die Karten schauen lassen: Die Regierung wolle eine Vereinbarung unterzeichnen, die eine genauere Überprüfung des Atomprogramms besiegeln würde.
Iran erhofft sich durch die Zugeständnisse eine Lockerung der internationalen Sanktionen. (smus, dpa/reuters)
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