Regierung Monti rettet Stahlwerk mit Millionen
Die italienische Regierung von Ministerpräsident Mario Monti hat ein Gesetzesdekret beschlossen, um die dringenden Arbeiten am grössten italienischen Stahlwerk in Apulien zu beschleunigen. Das teilte Umweltminister Corrado Clini in Rom mit.
Schwere Umweltschäden
Weil das Ilva-Werk mit seinen 11'500 Arbeitern für schwere Schäden an Umwelt und Gesundheit verantwortlich sein soll, waren Teile der Produktion von einem Gericht beschlagnahmt worden. Acht ehemalige und heutige Spitzenmanager wurden zunächst unter Hausarrest gestellt.
Am Donnerstag hatten in Taranto und auch Genua Tausende Beschäftigte des Ilva-Werks für ihr Recht auf Arbeit wie auf Gesundheit demonstriert, während 24 Stunden wurde der Stahlkocher bestreikt. Bei den Protesten kam es laut italienischen Medien zu Scharmützeln mit der Polizei.
Im Besitz der Stahl-Dynastie Riva
Das Stahlwerk in Taranto gehört zur Riva-Gruppe, einem Familienunternehmen im Besitz der italienischen Stahl-Dynastie Riva. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen derzeit die Nummer 4 der Stahlbranche Europas.
Die Staatsanwälte gingen gegen den Konzern vor, weil Studien von schweren Umwelt- und Gesundheitsschäden sprachen, die möglicherweise von Emissionen des Werkes hervorgerufen worden seien. Für Hunderte von tödlichen Tumoren könnten Dioxin- und Feinstaub-Emissionen des Stahlwerkes verantwortlich sein, berichteten Medien. Es habe in den vergangenen 13 Jahren eine erhöhte Sterblichkeit in Tarent gegeben. (pet, dpa)
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