Keine nukleare Abrüstung in Sicht
Von Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent
Weltweit gibt es 19'000 atomare Sprengköpfe. Ein gigantisches Arsenal, wenn man bedenkt, welch verheerende Schäden schon ein einziger Sprengkopf anrichten kann.
Laut dem renommierten schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri sieht es auch nicht mehr danach aus, als werde atomar abgerüstet. Die Verhandlungen zwischen Russland und den USA, die zusammen über 90 Prozent aller Atombomben besitzen, sind blockiert. Das Misstrauen ist wieder gewachsen. Entgegen den Erwartungen in den letzten Jahren kommt keine Abrüstungsdynamik in Gang.
Bestände modernisieren
Die übrigen sogenannt legalen Atommächte Frankreich, Grossbritannien und China sowie die illegalen Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea verschrotten ebenfalls keine Atombomben. Im Gegenteil: Fast alle modernisieren ihre Bestände; Indien und Pakistan entwickeln gar neue Trägersysteme.
Noch immer, so beklagt das Sipri, gelten Atombomben als weltweite Währung für Macht und Status. Ganz scheint es, als wolle man sie auf ewig behalten. Obschon sich Experten einig sind, dass der militärisch-strategische Nutzen von Nuklearwaffen gegen Null tendiert. (basn)
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