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Mittwoch, 13.6.2012

Hunderte fliehen vor den Kämpfen in Syrien

Der Konflikt in Syrien ist nach Angaben des obersten Uno-Friedenshüters nach 15 Monaten zum Bürgerkrieg eskaliert. Wer kann, bringt sich in Sicherheit. Das IKRK spricht von Hunderten, die Hals-über-Kopf in eine unsichere Zunkft flüchten - und Hife benötigen.

Syrische Flüchtlinge im türkischen Auffanglager von Kilis. (Keystone Archiv)

Syrien: Uno spricht von Bürgerkrieg

Immer mehr Gebiete würden von den Kämpfen zwischen Armee und Opposition erfasst und es herrsche ein grosses Ausmass an Gewalt, sagt Herve Ladsous von der Uno. Die Zivilbevölkerung leidet und die Versorgung wird immer schwieriger.

Beitrag aus Rendez-vous vom Mittwoch, 13.6.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Von Auslandredaktor Robert Stähli

Wenn der Krieg ausbricht, ist das erste Opfer die Wahrheit. Das zweite Opfer ist die Zivilbevölkerung, wie sich immer mehr auch in Syrien zeigt.

In vielen Teilen Syriens verschlechtere sich die Lage in einem immer rasanteren Tempo, sagt IKRK-Sprecherin Rabab Al-Rifai in Damaskus. Sie denkt dabei nicht nur an die vielen verletzten Kämpfer, sondern ebenso sehr an die Zivilbevölkerung.

Hunderte auf der Flucht
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und der syrischen Rote Halbmond seien heute nicht mehr in der Lage, alle ihre Bedürfnisse zu erfüllen, sagt die IKRK-Sprecherin. Wie gross diese Bedürfnisse sind, illustriert Al-Rifai mit der umkämpften Stadt Homs.

Hunderte von Zivilisten hätten dort Hals-über-Kopf ihre Wohnung verlassen müssen; seien vor den Kämpfen in eine völlig unsichere Zukunft geflüchtet.

Viele sind mit helfen überfordert
Es werde immer mehr zu einer riesigen Aufgabe, neben den vielen Verletzten auch die immer grössere Zahl von Vertriebenen im eigenen Lande zu versorgen. Diese Binnenflüchtlinge benötigten alles, sagt IKRK-Frau Al-Rifai in Damaskus. Essen, sauberes Trinkwasser, Decken, Medikamente, und natürlich auch eine Unterkunft, die sich nicht aus dem Boden stampfen lasse.

Ein 1000-Seelendorf beispielsweise habe jüngst mitten in der Nacht 5000 Flüchtlinge versorgen müssen und sei damit völlig überfordert gewesen. Seit Ausbruch der Kämpfe hat das IKRK bis jetzt rund 400'000 Personen versorgt.

1,5 Millionen Flüchtlinge bis Ende Jahr
Die Bedürfnisse freilich seien viel grösser, weshalb das Rote Kreuz und der syrische Rote Halbmond die Hilfe massiv aufstocken müssten, sagt Rabab Al-Rifai. Sie spricht vom ehrgeizigen Ziel, bis Ende Jahr 1,5 Millionen Menschen zu versorgen.

Möglicherweise wird die Zahl der Hilfesuchenden gar noch grösser ausfallen, wenn das IKRK auch die Bedürfnisse in jenen Gegenden abklären kann, wo man heute wegen der Kämpfe gar nicht hingehen kann. (bat)

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