Flammen in Colorado fressen sich in Wohngebiete
Flammen und Rauch: Bei 38 Grad im Schatten schaffen es die Feuerwehren nicht, den Waldbrand bei Colorado Springs unter Kontrolle zu bringen. (Keystone)
Die Ausbreitung des verheerenden Waldbrands auf ein Wohngebiet in Colorado Spring kam für die Behörden völlig überraschend. «Bis heute Nachmittag war es einfach nur ein Waldbrand, dann erfasste es auf einmal Häuser im Nordwesten unserer Stadt», sagte der Bürgermeister im Fernsehen. «Ich glaube, niemand konnte damit rechnen, dass das passiert.»
Colorado Springs ist die zweitgrösste Stadt im Bundesstaat Colorado, der im Westen der USA liegt. Nahe der Stadt war vor fünf Tagen im Nationalpark Waldo Canyon ein Feuer ausgebrochen, das trotz massiver Anstrengungen nicht gelöscht werden konnte.
Wegen plötzlich drehender Winde ordneten die Behörden an, mehr als 30'000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Das Übergreifen der Flammen auf das Wohngebiet konnte die Feuerwehr aber nicht verhindern.
Mehr als ein Dutzend Brandherde
Im gesamten Bundesstaat, der mit dem Nationalpark um die Rocky Mountains auch zahlreiche Touristen anlockt, wüten unterdessen mehr als ein Dutzend Brandherde. «In diesem Ausmass hat es das in der Geschichte von Colorado noch nicht gegeben», sagte Gouverneur John Hickenlooper, der mit dem Helikopter nach Colorado Springs flog. Aus der Luft habe er viele zerstörte Häuser gesehen.
Der gesamte Nordwesten der Stadt sei in Rauch gehüllt, berichtete die Zeitung «Denver Post» online. Asche falle auf Wohngebiete und die sich im Verkehr stauenden Autos fliehender Menschen nieder. Die in Richtung Osten führenden Strassen seien verstopft.
Keine Entwarnung erwartet
Die Feuerwehr appellierte an die Menschen, ihre Mobiltelefone nur noch für Notrufe zu nutzen. Die Polizei teilte mit, dass die Versorgung der nordwestlichen Teile von Colorado Springs mit Strom und Gas unterbrochen werde.
Auch im benachbarten Bundesstaat Utah breiten sich die Waldbrände weiter aus. Etwa 160 Kilometer südlich von Salt Lake City sei ein Mensch den Waldbränden zum Opfer gefallen, teilten die Behörden mit.
Auch vom Wetter ist keine Erleichterung im Kampf gegen die Flammen zu erwarten. Bei brütender Hitze und grosser Trockenheit fachten Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern die Flammen immer wieder explosionsartig an. In Colorado Springs kletterten die Temperaturen auf 38 Grad Celsius. (basn/webs, sda/dpa)
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