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Hintergrund: Die koptischen Christen

Die Kopten sind Christen, die ihren Ursprung in Ägypten haben. Ihr Oberhaupt war bis zu seinem Tod im März 2012 Papst Shenouda III. Die Kopten werden seit dem 7. Jahrhundert bis heute immer wieder durch Islamisten verfolgt.

«Kopte» ist die europäisierte Version des arabischen Wortes «qubti/qibti» und bedeutet Ägypter. Die koptische Kirche ist die christliche altorientalische Kirche Ägyptens. Rund 7 bis 9 Millionen der 83 Millionen Ägypter sind Christen.

Weltweit wird die Zahl der Kopten auf etwa 10 bis 15 Millionen geschätzt. Es gibt kleine koptische Gemeinden in Libyen, Sudan, aber auch in Deutschland und der Schweiz. Grosse Auslandgemeinden gibt es in den USA.

Gründer Apostel Markus
Als Gründer gilt Apostel Markus, der Verfasser des Markusevangeliums. Er lebte im 1. Jahrhundert in Ägypten und verbreitete das Christentum. Er war der erste Bischof von Alexandria und starb 68 n.Chr. als Märtyrer. Deshalb wird die Kirche auch als alexandrinische Kirche bezeichnet. Ägypten wurde als eines der ersten Länder der Welt christianisiert und gilt als die Wiege des Mönchtums.

Oberhaupt Papst Shenouda III.
Von 1971 bis zu seinem Tod im März 2012 amtierte Papst Shenouda III. als Oberhaupt der Koptisch Orthodoxen Kirche. Er war der 117. Nachfolger des heiligen Markus. Der traditionelle Titel des koptischen Papstes lautet «Seine Heiligkeit der Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles vom heiligen Markus». Er gehört mit dem römischen Papst und dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel/Istanbul zu den ranghöchsten Bischöfen der Christenheit.

Als direkte Nachfahren der alten Ägypter bilden die Kopten eine Kirche, die seit dem 5. Jahrhundert von Rom getrennt ist. Grund dafür sind Unstimmigkeiten in Bezug auf die Natur Jesu.

Verfolgung durch Islamisten
Ein folgenschwerer Einschnitt war die arabische Eroberung im 7. Jahrhundert. Damals fand die militärische Unterwerfung und Besiedlung christlicher Gebiete durch arabisch-muslimische Eroberer im Nahen Osten, Nordafrika, Spanien und Portugal statt. Im Zuge der Islamisierung ab dem Jahr 640 traten viele Kopten zum Islam über oder wurden gewaltsam dazu gezwungen.

Zudem leben die verbliebenen Kopten seitdem unter muslimischer Herrschaft. Ihr Bevölkerungsanteil ist ständig kleiner geworden. Auch ihre Sprache haben sie mit der Zeit auf Arabisch umgestellt und benutzen Koptisch nur noch im Gottesdienst.

Durch das Erstarken des islamischen Fundamentalismus' in den vergangenen 20 Jahren kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten in Ägypten. (rend)

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