Protestversuch in Algier niedergeknüppelt
Den Demonstranten in Algier stand ein Grossaufgebot an Polizisten gegenüber. (Keystone)
Umbruch in der arabischen Welt: Was im Dezember 2010 in Tunesien mit den Protesten gegen das dortige Regime begann, ist längst zu einer Massenbewegung in der Region geworden. Der «Arabische Frühling» treibt Hunderttausende auf die Strassen, die politische Reformen und mehr Mitbestimmung fordern. Mehr
Bei einer Protestkundgebung der Opposition in Algerien ist ein Abgeordneter schwer verletzt worden. Ein Polizist habe Tahar Besbes von der Oppositionspartei RCD in den Bauch geschossen, der Politiker sei daraufhin mit dem Kopf aufs Trottoir geschlagen.
Dies sagte RCD-Sprecher Mohsen Belabbas der Nachrichtenagentur AFP in der Hauptstadt Algier. Ein behandelnder Arzt im Spital sagte, Besbes habe offenbar ein Hirntrauma erlitten.
Demonstrierende niedergeknüppelt
Die Opposition hatte für Samstag zu einem Protestmarsch gegen die Regierung aufgerufen. Sicherheitskräfte umstellten jedoch bereits am Morgen den Platz des 1. Mai in Algier, wo die Kundgebung beginnen sollte.
Mit Schlagstöcken trieben Sicherheitskräfte die Menschen auseinander und sorgten dafür, dass der Strassenverkehr entlang der Route eines geplanten Protestzugs weiter fliessen konnte.
Rund 200 Demonstranten gelang es dennoch, auf den Platz vorzudringen. Sie forderten den Rücktritt der Regierung von Präsident Abdelaziz Bouteflika.
Vor einer Woche hatte die algerische Polizei mit einem Grossaufgebot von 30'000 Mann einen Protestzug des Oppositionsbündnisses verhindert, hunderte Menschen wurden laut Menschenrechtsaktivisten festgenommen.
Ausnahmezustand soll bald fallen
Die Regierung hatte unter dem Druck der Strasse angekündigt, zum Monatsende den seit 19 Jahren geltenden Ausnahmezustand aufzuheben. Dieser sollte den Kampf gegen den Terrorismus erleichtern und ermöglicht der Regierung erhebliche Eingriffe in politische Rechte, insbesondere in die Versammlungsfreiheit. (pet, sda)
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