Studentenproteste in Algier
Bei der gewaltsamen Auflösung einer Studenten-Demonstration in der algerischen Hauptstadt Algier sind mehrere Menschen verletzt worden. Einige Dutzend junge Algerier seien von Bereitschaftspolizisten brutal niedergeknüppelt worden, berichtete die Zeitung «El Watan» in ihrer Online-Ausgabe.
Studierende fordern versprochene Rerformen
Augenzeugen sprachen von mindestens 50 Verletzten, andere sogar von bis zu 100. Auch zahlreiche Polizisten wurden nach diesen Angaben verletzt. Offizielle Angaben dazu gab es zunächst allerdings nicht.
Die Behörden hätten die Demonstranten mehrfach vergeblich zur Auflösung ihres Protestmarsches zum Präsidentenpalast aufgefordert. Die Studenten forderten den Rücktritt des Erziehungsministers. Er habe seine Versprechen einer Bildungsreform nicht eingehalten. Die Demonstranten skandierten laut Augenzeugen regierungsfeindliche Parolen.
Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte erst im Februar den Ausnahmezustand offiziell beendet. Während 19 Jahren ermöglichte dieser dem Staat weitgehende Eingriffe in politische Rechte. Seine Abschaffung war eine der Hauptforderungen der Regierungsgegner, die unter dem Eindruck der Ereignisse in Tunesien, Ägypten oder Libyen gegen das herrschende System und die sozialen Missstände im Lande protestiert hatten. (bat, dpa)
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