Burkhalter kämpft gegen Zweiklassengesellschaft
Didier Burkhalter. (Keystone)
Von Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent
Die Atommächte dürften nicht noch mehr Rechte bei Transparenz und Überwachung haben, während die anderen noch mehr Pflichten aufgebrummt bekämen. So Bundesrat Burkhalter am Mobiltelefon in Seoul gegenüber Schweizer Radio DRS.
Dass der Atomterrorismus eine enorme Gefahr darstellt, darüber ist man sich auf dem Atomgipfel in Seoul einig. Übereinstimmung herrscht auch, wenn es darum geht, zu verhindern, dass atombombenfähiges Material in die Hände von Terroristen gelangt.
Der Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter weist jedoch auf ein Grundsatzproblem hin: «Es existiert weltweit derart viel Material zum Bau von Atombomben, weil die Atommächte nicht bereit sind, massiv abzurüsten.»
Ursachen bekämpfen
Es gelte also nicht nur die Symptome, sondern die Ursachen zu bekämpfen. Ein Dorn im Auge ist der Schweiz und anderen Nicht-Atombombenmächten auch, dass die Grossmächte sich Sonderregeln ausbedingen. Mehr Transparenz, mehr Überwachung, etwa durch die Uno-Atombehörde IAEA, bei den kleineren Ländern, aber nicht bei den Atommächten.
Hinter dieser von den grossen angestrebten Zweiklassengesellschaft verbergen sich handfeste Wirtschaftsinteressen. Die Atommächte möchten freie Bahn für ihre Nuklearindustrie - aber Einschränkungen für jene der andern. (basn)
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