(Keystone)
Das Massaker von Srebrenica
Das Massaker von Srebrenica gilt als das schwerste in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Sowohl der Internationale Gerichtshof wie auch das Uno-Kriegsverbrechertribunal stuften es als Völkermord ein.
Tausende Muslime vertrieben und getötet
Am 11. Juli 1995 hatten bosnisch-serbische Truppen die von Muslimen bewohnte Stadt Srebrenica erobert, obwohl sie Uno-Schutzzone war. Kampflos überliess ein kleines Kontingent niederländischer Blauhelme den etwa 2000 gut ausgerüsteten Angreifern unter General Ratko Mladic die Stadt. Rund 8000 Muslime wurden abgeführt, die meisten erschossen und in Massengräbern verscharrt. Frauen und Kinder wurden deportiert.
60 Massengräber gefunden
Nach Ende des Bosnien-Krieges (1992-1995) wurden in der Gegend mehr als 60 Massengräber gefunden. Rechtsmediziner sind immer noch daran, die Opfer mit Hilfe einer DNA-Analyse zu identifizieren. Bislang sind etwa 2900 Srebrenica-Opfer in Potocari begraben worden.
Drahtzieher Karadzic und Mladic
Als Hauptverantwortliche gelten der vom Uno-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien angeklagte frühere Chef der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, und sein damaliger Kommandant Ratko Mladic. Beide sind nach jahrelanger Flucht inzwischen gefasst.
Eine Verurteilung
Es gibt erst ein rechtskräftiges Urteil wegen Beihilfe zum Völkermord in Srebrenica: Radislav Krstic, ehemaliger Kommandant des Drina-Korps, das massgeblich an der Eroberung der Stadt beteiligt war, wurde in Den Haag zu 35 Jahren Haft verurteilt.
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