Grüne setzen auf Frauenpower
Ums Präsidium bewarben sich: Esther Maag, Bastien Girod, Adèle Thorens, Regula Ryth und Geri Müller. (Keystone)
Die Delegierten der Grünen haben in Carouge Adèle Thorens und Regula Rytz für zwei Jahre zu ihren Co-Präsidentinnen gewählt. Thorens wurde mit 183 und Rytz mit 127 Stimmen gewählt. Die beiden Frauen lösen Parteipräsident Ueli Leuenberger ab.
Beide Parteiflügel vertreten
Die 40-jährige Thorens, die 2007 in den Nationalrat gewählt wurde, gilt als pragmatische, konsensorientierte Politikerin.
Rytz hingegen verkörpert den etatistischen Flügel der Partei. Die 50-jährige Nationalrätin, die auf Ende 2012 ihren Rücktritt aus der Stadtberner Regierung bekannt gegeben hat, gilt als verlässliche Kämpferin für ökologische, feministische und gewerkschaftliche Anliegen.
Mit der Wahl der beiden Politikerinnen haben die Delegierten entschieden, dass beide Flügel der Partei im Co-Präsidium vertreten sein sollen.
Vier Personen als Vizes
Die Delegierten wählten auch vier Personen ins Vize-Präsidium: Neu im Präsidium sind der Zuger Ex-Nationalrat Josef Lang und der Zürcher Nationalrat Bastien Girod, der bei der Wahl fürs Co-Präsidium leer ausgegangen war.
Als Vertreter der lateinischen Schweiz schaffte der Genfer Ständerat und Ex-Regierungsrat Robert Cramer seine Wahl als Vizepräsident. Vierte im Bunde ist die Aargauer Kantonsrätin Irène Kälin von den Jungen Grünen.
Aufgrund eines von den Delegierten am Samstag angenommenen Antrags steht den Jungen Grünen ein Sitz im Präsidium zu. Da Kälin die einzige Kandidatin war, wurde sie in stiller Wahl gewählt.
Die bisherige Vize-Präsidentin Aline Trede hatte ihre Kandidatur nach der Wahl von Rytz zurückgezogen. Die Bernerin wollte damit eine doppelte Vertretung ihres Kantons im sechsköpfigen Präsidium vermeiden.
Visionär, pragmatisch und kokret
Nach dem Wegfallen ihres Kernthemas, dem Atomausstieg, erhoffen sich die Grünen von den Präsidentinnen und ihren vier Vizepräsidenten neue Impulse.
Rytz sagte denn auch klar, wo sie den Schwerpunkt der Grünen auf nationaler Ebene sieht. «Unsere Aufgabe ist es, konkrete Lösungen umzusetzen.» Dies funktioniere in den Kantonen und den Gemeinden gut. Nun müssten die Grünen dies auch auf nationaler Ebene erreichen. Thorens ihrerseits sprach von einer visionären und pragmatischen Politik, welche die Grünen verfolgen müssten. (bat, sda)
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