Rheinsalinen prüfen Fusion mit Saline Bex
Ein Lastwagen bringt eine Ladung Streusalz in ein Lager der Rheinsalinen bei Rheinfelden. Nun prüfen die Rheinsalinen die Fusion mit der einzigen anderen Salzlieferantin in der Schweiz, der Saline de Bex, die das Waadtland beliefert. (keystone)
Die beiden Unternehmen teilen sich heute das Salzmonopol im Land und wollen mit der Fusion die Versorgung sichern. Die Saline in Bex hat das Salzmonopol für die Waadt inne, die Rheinsalinen jenes für den Rest der Schweiz. Eine «Konzentration der Kräfte» solle die preisgünstige Salzversorgung nachhaltig sichern. Die Schweizer Salzproduktion solle eigenständig bleiben.
Standort Möhlin bleibt vorerst unverändert
Durch die Fusion werde es kurz- und mittelfristig keine wesentlichen betrieblichen Veränderungen geben, weder in Bex noch am Aargauer Stanort Riburg bei Möhlin. Sowohl Produktion als auch Lagerung des Salzes werden in Möhlin im gleichen Mass weitergeführt.
Bex versorgt Waadt, Rheinsalinen die Restschweiz
Die Schweizer Rheinsalinen gehören den Kantonen - ausser der Waadt - sowie dem Fürstentum Liechtenstein und der deutschen Südsalz GmbH in Bad Reichenhall. Sie produzieren in Schweizerhalle bei Pratteln BL und Riburg bei Rheinfelden AG jährlich rund 500'000 Tonnen Salz für diverse Verwendungen und beschäftigen etwa 150 Personen.
Die Aktien der Saline de Bex sind im Besitz des Kantons Waadt und von Privaten. Neben der Salzproduktion ist die Saline auch in der Strom-Produktion und im Tourismus tätig. Von ihren jährlich rund 30'000 Tonnen Salz wird der Grossteil als Strassen-Streusalz im Winter verwendet.
Waadländer Kantonsparlament hat letzte Wort
Erste Entscheide seien auf Firmen- und politischer Ebene in der Waadt schon im laufenden Jahr vorgesehen. Am Ende müsste das Waadtländer Kantonsparlament über einen Beitritt zum interkantonalen Salz-Konkordat von 1973 befinden.
Salzmonopol immer wieder bedroht
Die Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen AG war am 14. Juli 1909 gegründet worden. Doch schon 1837 war im Gebiet Schweizerhalle (Boden von Pratteln BL und Muttenz BL) die erste Saline in Betrieb genommen worden. Mit dortigen Funden hatte eine jahrhundertelange Abhängigkeit der Schweiz von teuren Salzimporten geendet.
Das Salzmonopol war nicht immer unbestritten: Anfang der neunziger Jahre etwa bedrohte der mögliche EWR-Beitritt die Schweizer Salzregale. Später wollten einzelne Kantone den Salzmarkt öffnen, darunter Zürich. Auch bei Streusalz-Engpässen in schneereichen Wintern flammen solche Diskussionen gelegentlich wieder auf. (meb, bras, sda)
