Eklat im Zürcher Wahlkampf
Am 29. November sind im Kanton Zürich Ersatzwahlen: Regierungsrätin Rita Fuhrer von der SVP tritt zurück. Die SVP schickt Ernst Stocker ins Rennen. Und die SP liebäugelt ebenfalls mit dem Sitz und hat Daniel Jositsch aufgestellt.
Bei der Aufzeichnung eines Streitgesprächs für Schweizer Radio DRS hat am Dienstagabend SVP-Kandidat Ernst Stocker das Studio vorzeitig verlassen. Als Themen für das kurze Streitgespräch für DRS 4 News waren die schiefe Finanzlage des Kantons Zürichs und die Minarett-Initiative vorgesehen. Er wolle nicht noch einmal ausführlich über die Minarett-Initiative diskutieren, warnte Stocker.
Streitpunkt Minarett-Initiative
Zum Eklat kam es, als Kandidat Jositsch darauf hinwies, dass Stocker zwar die aktuelle Minarett-Initiative als einer der wenigen der SVP-Partei ablehne. Doch Ernst Stocker habe vor ein paar Jahren auf kantonaler Ebene ein solches Verbot für Minarette noch unterstützt. Stocker sei vom Saulus zum Paulus geworden, sagte Jositsch.
Daraufhin warf Stocker dem SP-Kandidaten vor, sich nicht an die Abmachung zu halten, einen fairen Wahlkampf zu führen. SP-Kandidat Jositsch konterte, er wolle nur über ein aktuelles, politisch brisantes Thema diskutieren und dies gefalle Stocker offenbar nicht. Daraufhin verliess der SVP-Kandidat Ernst Stocker das Studio von Schweizer Radio DRS vorzeitig.
Kampf um Fuhrers Sitz im Regierungsrat
Der 44-jährige Nationalrat und Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch von der SP tritt am 29. November gegen den 54-jährigen SVP-Kandidaten Ernst Stocker an. Der Kantonsrat und Stadtpräsident von Wädenswil will der SVP den Sitz der zurücktretendenden Parteikollegin und Regierungsrätin Rita Fuhrer sichern. Jositsch wird von den Grünen unterstützt, Stocker kann auf das bürgerliche Lager zählen. (bat/ammk)
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