Pisa-Studien gibt es seit dem Jahr 2000
Die Pisa-Studie 2009, deren Ergebnisse im Dezember 2010 veröffentlicht wurden, ist die vierte derartige Untersuchung in zehn Jahren. Dabei steht die Abkürzung Pisa für «Programme for International Student Assessment».
Mit Pisa untersucht die OECD seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre die schulischen Kompetenzen der 15-Jährigen in den Industrieländern. Geprüft werden Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.
Immer mehr Länder machen mit
Die Pisa-Studie startete im Jahr 2000 mit 43 Teilnehmerländern. An der zweiten Untersuchung 2003 nahmen 41 Staaten teil, 2006 waren es 57. Die jüngste Erhebung von 2009 erreicht einen neuen Höchststand von 65 beteiligten Staaten. Die OECD-Länder - inzwischen 34 - sind immer dabei. Die Teilnahme an der Untersuchung ist aber auch offen für andere Teilnehmer. Meist handelt es sich dabei um Staaten, allerdings sind auch einige so genannte Partnervolkswirtschaften dabei wie Shanghai oder Hongkong.
Überdurchschnittlich in Mathematik
Bei der ersten Pisa-Untersuchung waren die Schweizer Jugendlichen in Mathematik überdurchschnittlich gut, in Deutsch und Naturkunde dagegen nur mässig. Viele Schüler konnten nur mangelhaft lesen. Die Schweiz belegte bei der Lesefähigkeit nur den 17. Platz.
Bei Pisa 2003, mit Schwerpunkt Mathemathik, schnitt die Schweiz deutlich besser ab. Sie gelangte unter die «Top Ten» und distanzierte die Nachbarländer Deutschland, Österreich und Frankreich deutlich.
Deutschschweizer Schüler besser als Romands und Tessiner
Die Pisa-Studie 2006 schliesslich bescheinigte den Schweizer Schülern insgesamt in Mathematik sehr gute und in Naturwissenschaften gute Leistungen. Die Schweiz erreichte Rang 16 von 57 Staaten. Dabei schnitten Deutschschweizer Schüler besser ab als Romands und Tessiner. Punkto Umweltkenntnisse lagen die Schweizer auf Platz 18. Beim Lesen hatten sie sich minim verbessert.
Pisa löste Reformdebatte aus
Die Pisa-Studien lösten in der Schweiz - und in vielen anderen Ländern - eine breite Debatte über Bildung und Schulreformen aus. In der Schweiz stehen dabei die Harmonisierung des kantonal geregelten Schulsystems - Stichwort Harmos im Zentrum. Dabei geht es um einen früheren Schuleintritt, Frühenglisch sowie einheitliche gesetzliche Grundlagen für das Bildungswesen, das bisher weitgehend kantonal geregelt ist.
Ausländer-Anteil bleibt unberücksichtigt
Pisa geriet aber auch in die Kritik: Die Leistungsbewertungen trügen den Bedingungen in den einzelnen Ländern zu wenig Rechnung. Ursachen der unterschiedlichen Leistungen seien nicht nur die Schulsysteme, sondern auch der Ausländer-Anteil in den einzelnen Ländern, heisst es von Kritikern.
Tatsächlich ist die Bevölkerungsstruktur unter diesem Gesichtspunkt etwa zwischen dem langjährigen Pisa-Spitzenreiter Finnland und der Schweiz stark unterschiedlich: In Finnland beträgt der Ausländer-Anteil 2,1 Prozent, in der Schweiz dagegen über 20 Prozent. (pet, sda)
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