Erfolgreiche Integration durch Berufslehre
Von Inlandredaktor Rafael von Matt
Man nehme 750 Lehrabsolventen mit hervorragenden Noten - die eine Hälfte Schweizer, die andere Hälfte Ausländer - und vergleiche, wie sie sich nach der Lehre beruflich entwickeln. Das Ergebnis: zwei Jahre nach dem Lehrabschluss verdienten die Ausländer durchschnittlich 10 Prozent mehr als die Schweizer. Auch hatte ein grösserer Anteil der Ausländer eine bessere Stelle inne als bei den Schweizern.
Studienautorin Margrit Stamm begründet den Erfolg der Ausländer damit, dass sie häufig Familien hätten, die sehr hohe Erwartungen an sie stellen und sehr viel in sie investieren. Es handle sich oft um Familien, in denen die Eltern keine besonders gute Stellen hätten, sagt Stamm: «Eltern, die selber nicht das erreicht haben im Leben, was sie gerne erreicht hätten, die deshalb in die Schweiz gekommen sind und hier versuchen, über ihre Kinder den Erfolg umzusetzen.»
Beziehung zum Lehrmeister
Der Druck und das Engagement helfe den Jugendlichen, beruflich vorwärts zu kommen, sagt die Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Freiburg. Relativ viele der erfolgreichen Jugendlichen stammen aus osteuropäischen Ländern. Eine weitere Bedingung für ihren Erfolg sei, dass sie eine gute Beziehung zu ihren Lehrmeister hätten.
Die die Lehrbetriebe hätten eine sehr gute Betreuung und Führung dieser jugendlichen Migranten entwickelt . «Sie haben ihre Lehrmeister oft auch als Vorbilder bezeichnet haben», sagt Stamm.
Vorbilder könnten diese erfolgreichen ausländischen Lehrabsolventen auch für andere ausländischen Jugendlichen in der Schweiz sein: mit viel Einsatz, mit Unterstützung ihrer Familien und Lehrmeister können sie es weit bringen - weiter gar als viele Schweizer. (lin)
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