Hitze macht nicht nur Freude
Jede Abkühlung ist willkommen. (Keystone)
Strahlender Sonnenschein, extreme Hitze und keine Wolken am Himmel. Obwohl das Hoch «Achim» bereits an der Schweiz vorübergezogen ist, fliesst weiter trockene und heisse Luft von Nordafrika direkt in die Schweiz.
36 Grad am Sonntag
Vielerorts lagen die Temperaturen bereits am Samstag deutlich über 30 Grad. Sitten war mit 34,1 Grad der «Tagessieger» vom Samstag. In Visp (32,8), Evionnaz (32,7) und Basel (32,2) wurde die 32-Grad-Marke übertroffen
Am Sonntag dürften die Höchsttemperaturen verbreitet zwischen 32 und 36 Grad liegen. Auch für den Wochenstart wird die Hitzewelle wohl noch anhalten. Es wird erwartet, dass die Jahreshöchsttemperatur von 35,8 Grad, gemessen am 30. Juni in Bad Ragaz, bis am Dienstagabend übertroffen wird.
Vorsicht vor Austrocknung
Besonders gefährdet durch die Glutofenhitze sind ältere und pflegebedürftige Personen. Um das Risiko einer Dehydrierung klein zu halten, sollten Angehörige und Heimleitungen Vorsichtsmassnahmen ergreifen.
Gemäss einer Informationsbroschüre des Bundesamts für Gesundheit (BAG) brauchen betagte Personen während Hitzetagen eine engere Betreuung. Tägliche Telefonate oder Besuche minimieren demnach die Gefahr, ebenso gut lesbare Telefonlisten mit den Nummern von Ansprechpersonen oder Ärzten.
Ältere Menschen sollten sich während der heissesten Tageszeit nicht im Freien aufhalten, lose und dünne Kleidung tragen und genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Gemäss BAG sollten täglich mindestens 1,5 Liter getrunken werden. Auf alkoholische, koffeinhaltige und stark gezuckerte Getränke sei zu verzichten.
Zunehmende Ozonbelastung
Mit den Temperaturen steigt auch die Ozonbelastung. Bereits am Freitag wurde der Grenzwert von 120 Mikrogramm an verschiedenen Messstationen überschritten, wie der Webseite des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) zu entnehmen war. Der höchste Wert wurde mit 146 Mikrogramm in der Magadinoebene gemessen.
Eine starke Ozonbelastung kann beim Menschen etwa Augenbrennen und Kopfschmerzen verursachen. Diese Symptome verstärken sich noch bei starker körperlicher Anstrengung. Das BAG rät deshalb bei hohen Ozonwerten vor übermässigen körperlichen Aktivitäten ab.
Steinschlaggefahr steigt
Auch in den Bergen bringt die Hitze Probleme. Die Nullgradgrenze steigt am Wochenende und zu Beginn der kommenden Woche auf rund 4700 Meter an. Dabei taut zum Teil der Permafrost an. Entsprechend steigt die Gefahr von Steinschlag und in vergletscherten Gebieten muss mit Eisabbrüchen gerechnet werden. In den Bergen ist es durchaus möglich, dass Hitzerekorde erreicht werden, da vor allem in der Höhe sehr warme Luft aus Spanien zu uns strömt. (luek, sda/sf meteo)
