Akute Bergsturzgefahr in Preonzo
Die Tessiner Polizei hat die Kantonsstrasse zwischen Bellinzona und Biasca gesperrt. (Keystone)
Von Tessinkorrespondent Alexander Grass
In der Nacht auf gestern Sonntag ist das Felssturzgebiet oberhalb von Preonzo in Bewegung gekommen. Das Absturzgebiet befindet sich in 1500 Meter Höhe steil oberhalb des Industriegebiets von Preonzo zwischen Biasca und Bellinzona.
Fachleute halten es für wahrscheinlich, dass sich in den kommenden Stunden oder Tagen ein grosser Bergsturz ereignet. Das direkt gefährdete Industriegebiet wurde vorsorglich geräumt, die Kantonalstrasse gesperrt.
Industriegebiet evakuiert
Absturzgefährdet sind 7 bis 800‘000 Kubikmeter Felsmasse. Gestern fanden erste Rutschungen statt. Roland David, der Leiter des Forstamtes, hält einen grösseren Bergsturz in den kommenden Stunden oder Tagen für möglich.
Schon vor einer Woche war Alarm geschlagen worden. Nach einigen Tagen der Normalisierung wurde die Kantonsstrasse am Samstag wieder gesperrt und das Industriegebiet evakuiert.
Risikogebiet
Für die Schule gilt ein Provisorium. Das Gebiet gilt seit Jahrhunderten als instabil, im Jahr 1725 wurde hier das Dorf verschüttet. Dass das Industriegebiet in einer Risikozone liegt ist längst bekannt. Die sieben Betriebe hatten aber erfolgreich Rekurs gegen ein Bauverbot eingelegt, das der Kanton aussprechen wollte wegen der Gefahr. Seit 20 Jahren wird das Abbruchgebiet mit Messgeräten überwacht. Aktuell bewegt sich der Fels zehn mal schneller als normal.
Eine Sprengung kommt wegen der Grösse des Felssturzes nicht in Frage, weil damit Schlammlawinen drohen, und andere Teile des Berges destabilisiert werden könnten. Die Hoffnung in der Region ist, dass sich die Lage nach einem Felssturz endlich normalisiert. (fors;bat)
