Balotelli schiesst Italien in den EM-Final
Mario Balotelli (l.) schoss Deutschland im Alleingang ab. (Reuters)
Mario Balotelli avancierte in Warschau vor 58‘000 Zuschauern zum Matchwinner für die Italiener. Der Manchester-City-Stürmer sorgte mit einem Doppelpack praktisch im Alleingang für den Finaleinzug. Mesut Özils verwerteter Handspenalty in der Nachspielzeit kam zu spät.
Balotellis grosse Show
In der 20. Minute schlich sich der 21-jährige gebürtige Ghanaer Balotelli hinter dem Rücken von Verteidiger Holger Badstuber in Abschlussposition und nickte eine schöne Flanke von Sturmpartner Antonio Cassano zum 1:0 ins Netz. Eine Viertelstunde später entwischte der für seine Eskapaden neben dem Platz berüchtigte englische Meister erneut der deutschen Abwehr. Sein Kracher aus rund 20 Metern flog in den Winkel und liess Goalie Neuer keine Abwehrchance. Es war ein Traumtor.
Deutschland aktiver, Italien effizienter
Deutschland war bis zu diesem Zeitpunkt überlegen und hatte durch Hummels und Khedira, genügend hochkarätige Chancen, selbst in Führung zu gehen. Doch entweder scheiterten die Deutschen am glänzend agierenden Goalie Gianluigi Buffon, an der vielbeinigen italienischen Abwehr oder am eigenen Unvermögen. Italien agierte cleverer und vor allem glücklicher. Das Team von Cesare Prandelli überstand die erste Angriffswelle des dreimaligen Europameisters und setzte mit Balotellis Kopftor den entscheidenden Nadelstich. Es war die allererste Chance, die sich der Europameister von 1968 erspielt hatte. Auch danach hatten die Italiener nicht viel mehr Chancen, aber mit Balotelli den eiskalten Vollstrecker.
Buffon wie eine Mauer
In der 2. Halbzeit stemmte sich Deutschland noch einmal vehement gegen das Ausscheiden. Löws Elf bestimmte weiter das Spiel und kam durch Philipp Lahm (49. Minue) und Marco Reus (62.) zu weiteren hochkarätigen Chancen. Verteidger Lahm verzog aber im Strafraum kläglich und Reus‘ Freistoss lenkte der starke Routinier Buffon an die Latte. Italien verlegte sich auf Konter, Balotelli, Claudio Marchisio und Antonio Di Natale konnten aber nicht mehr erhöhen. So war es Mesut Özil, der in der Nachspielzeit per Handspenalty verkürzen konnte. Balzaretti hatte ihn verursacht. Die verbleibenden Minuten wurden nochmals hektisch. Es blieb aber bei der knappen Niederlage für die Deutschen.
Deutsche Negativ-Serie bleibt
Deutschland blieb damit auch im 8. Duell mit Angstgegner Italien an einer Endrunde sieglos. Auch die Revanche für den verlorenen Halbfinal an der Heim-WM 2006 (0:2) glückte nicht. Italien holte sich damals im Final den Weltmeistertitel. Gut möglich, dass sich die Geschichte im EM-Final am Sonntag gegen Spanien wiederholt.
Enger Final vorprogrammiert
Die Final-Partie gegen Spanien verspricht viel Spannung. In der Gruppenphase trennten sich die beiden Team 1:1 unentschieden. An der EURO 2008 in der Schweiz und Österreich setzte sich Spanien auf seinem Weg zum Europameistertitel im Viertelfinal äusserst knapp mit 4:2 nach Penaltyschiessen durch. (sf, saua)
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