Airbus «Made in USA»
Eine Computerillustration des geplanten Airbus-Flugzeugwerkes in Mobile. (Keystone)
Der europäische Flugzeughersteller Airbus prescht auf den Heimatmarkt seines US-Rivalen Boeing vor. Der Konzern kündigte den Bau eines Werks in Mobile im Bundesstaat Alabama an, die erste Produktionsanlage von Airbus in den USA.
Ab 2016 sollen dort unter anderem Maschinen des Erfolgsmodells A320 vom Band rollen. «Die Zeit für eine Expansion von Airbus in Amerika ist gekommen», sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier.
USA ist wichtigster Luftfahrtmarkt der Welt
Die USA seien der weltweit grösste Markt für Single-Aisle-Flugzeuge wie der A320, erklärte Brégier. In den kommenden 20 Jahren gebe es einen Bedarf von 4600 dieser Flugzeuge mit nur einem Gang zwischen den Sitzreihen, die auf Kurz- und Mittelstrecken eingesetzt werden.
Das Werk in Mobile «bringt uns unseren Kunden näher», sagte der Airbus-Chef. Neben dem Hauptsitz in Toulouse stellt das Unternehmen auch in Hamburg und im chinesischen Tianjin Flugzeuge her.
Erstes US-Werk startet 2015
In Alabama sollen den Angaben zufolge künftig die Modelle A319, A320 und A321 endmontiert werden. Mit dem Bau der Produktionsstätte werde im Sommer 2013 begonnen, die Flugzeugmontage beginne voraussichtlich 2015. Airbus sieht demnach ab 2018 eine Produktion zwischen 40 und 50 Flugzeugen pro Jahr vor.
Boeing kritisiert Airbus-Pläne
Boeing hatte die Airbus-Pläne bereits im Vorfeld kritisiert. Der europäische Konkurrent profitiere von «illegalen Hilfen» der europäischen Regierungen und werde unter Missachtung des internationalen Handelsrechts «tausende von Arbeitsplätzen in den USA zerstören», erklärte Boeing am Freitag, nachdem die «New York Times» über den Bau des Werks in Alabama berichtet hatte.
Boeing stellt seine Maschinen ausschliesslich in den USA in der Nähe von Seattle im Bundesstaat Washington und in Charleston in South Carolina her. (mz, sda)
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