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Samstag, 9.7.2011

Unlauterer Wettbewerb bei der Deutschen Bahn

Preisabsprachen von Stahlkonzernen und anderen Lieferanten haben die Deutsche Bahn möglicherweise mehrere hundert Millionen Franken gekostet. Davon könnte auch die SBB betroffen sein.

Die deutsche Bahn hat zwischen 2003 und 2008 ihren Lieferanten möglicherweise viel zu viel bezahlt. Stahlkonzerne und andere Firmen hätten sich offenbar untereinander abgesprochen und dann zu viel verlangt, sagte der Chef der Rechtsabteilung der Deutschen Bahn gegenüber der Zeitung «Wirtschaftswoche».

Der Schaden könne mehr als 400 Millionen Euro betragen. Die Bahn habe deshalb gegen mehrere Firmen Klagen eingereicht.

Ermittlungen gegen zehn Firmen
Nach Informationen der «Wirtschaftswoche» haben Kartelle den Staatskonzern auch bei Kaffee, Karbonbürsten für Stromabnehmer und Rolltreppen geschädigt, die Frachttochter Schenker bei Zuschlägen für Kerosin und Sicherheit. «Insgesamt geht es um einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe eines hohen dreistelligen Millionenbetrags», zitiert das Magazin Bahn-Rechtsvorstand Gerd Becht.

Im Fall der unerlaubten Preisabsprachen bei Eisenbahnschienen ermittelt seit kurzem die Bochumer Staatsanwaltschaft. Insgesamt werde gegen etwa zehn Firmen ermittelt. Die Bahn will Schadenersatzansprüche prüfen, sobald die Ermittlungen ein klares Bild von dem Kartell bringen.

SBB dementiert eine Verwicklung
Andere deutsche Zeitungen berichten, es gebe Hinweise, dass auch die SBB betroffen sei. Bei der Wettbewerbskommission und der SBB hat man von solchen Hinweisen keine Kenntnis, wie die Pressestellen gegenüber Schweizer Radio DRS erklärten. (bat, drs/dpa)

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