Bund soll Idee einer Tourismusbank prüfen
Mehr Unterstützung für Bergkantone gefordert. (Archiv Keystone)
Die Berggebiete fordern vom Bundesrat flankierende Massnahmen zum Zweitwohnungsartikel. Dabei setzen sie unter anderem auf neue Tourismusmodelle und eine Tourismusbank nach österreichischem Vorbild.
Nach Abschluss der Arbeiten an der Zweitwohnungsverordnung sei es an der Zeit, den regionalwirtschaftlichen Auswirkungen der Initiative Beachtung zu schenken. Dies schreibt die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) in einer Mitteilung.
Vorbild Österreich
Thomas Egger, der Direktor der SAB, hat Sympathie für das österreichische Modell. Deshalb sollte auch die Schweiz die Gründung einer solchen Bank prüfen, fordert Egger. Nach dem Ja zur Zweitwohnungs-Initiative befürchten die Bergkantone, dass der Tourismus leiden könnte. Deshalb müsse man unbedingt den Hotelbereich unterstützen.
Zwar gebe es auch in der Schweiz eine staatliche Tourismus-Förderung, zum Beispiel über die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit SGH. Dieser seien aber häufig die Hände gebunden, so Egger gegenüber Schweizer Radio DRS.
Die österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ist eine Spezialbank zur Finanzierung und Förderung von Investitionen im Tourismus. Sie existiert bereits seit 1947 und beschäftigt gemäss eigenen Angaben 33 Mitarbeitende.
Strategien und flankierende Massnahmen gefordert
Die SAB fordert vom Bundesrat deshalb eine Strategie für Berggebiete und ländliche Räume sowie flankierende Massnahmen, um die Auswirkungen der Initiative auf die betroffenen Gemeinden abzufedern. Deren Zahl schätzt die SAB auf 500.
Konkret soll der Bund über das Tourismusgesetz mehr Geld für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für den alpinen Tourismus zur Verfügung stellen. Zudem sollen bestehende Zweitwohnungen saniert und die Tätigkeiten der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit ausgeweitet werden.
Kritik an Tourismusbank
Die Idee einer Tourismusbank kommt aber nicht überall gut an. Es sei besser, die bestehenden Instrumente zu stärken und zu erweitern, findet Christoph Juen, der Direktor von Hotelleriesuisse.
Die Idee einer Tourismusbank ist noch nicht vom Tisch. Im Parlament ist ein Vorstoss hängig, der genau dies fordert. (mz,ploe;pet, sda)
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